Ende der Franz-Hillebrand-Hauptschule

In diesem Sommer ist Schluss mit Hauptschule

Die Franz-Hillebrand-Hauptschule entlässt in diesem Jahr die letzten Schüler. Danach ist Schluss mit Hauptschule in Castrop-Rauxel.

Foto: Foto Engel

Die Franz-Hillebrand-Hauptschule entlässt in diesem Jahr die letzten Schüler. Danach ist Schluss mit Hauptschule in Castrop-Rauxel. Foto: Foto Engel

Castrop-Rauxel.  Der Ruf als „Resteschule“ und sinkende Anmeldezahlen: Die Hauptschule läuft als Schulform aus. Zwei Klassen der Franz-Hillebrand-Hauptschule machen noch ihren Abschluss – dann ist Schluss. Wir wollen noch einmal an die Hauptschulen in Castrop-Rauxel erinnern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Franz-Hillebrand-Hauptschule (FHHS) an der Uferstraße läuft in diesem Jahr aus und damit auch die Hauptschule als Schulform in Castrop-Rauxel. Denn die FHHS ist die letzte verbliebene Hauptschule in der Stadt. Die Ära der Schillerschule war schon mit Abschluss des Schuljahrs 2014/15 zu Ende gegangen. Die verbliebenen Schüler wechselten zur FHHS. Von ehemals sechs Hauptschulen im Stadtgebiet blieben erst zwei übrig, die dann zusammengelegt wurden.

Schuld daran waren auch sinkende Anmeldezahlen. 2005 wechselten noch rund 16 Prozent aller Schulübergänger aus der Primarstufe zu einer Hauptschule, 2013 nur noch sechs Prozent und 2015 sogar unter fünf Prozent. Da stand aber natürlich schon fest, dass die Hauptschule ausläuft.

Organisationsteam

Im Juli 2017 haben Schüler und Lehrer den damaligen Schulleiter Peter Braukmann in den Ruhestand verabschiedet. In diesem Jahr organisiert er mit Lehrerin Madelaine Stoverock den Abschied der Hauptschule. „Wir wollen nicht, dass die Hauptschule sang- und klanglos verschwindet“, sagt Peter Braukmann. Er arbeitete an der FHHS 20 Jahre – von 1997 bis 2004 als Konrektor und danach als Schulleiter.

Gesprächsrunde mit Ehemaligen

Einen großen Festakt wird es aber nicht geben. In einer Gesprächsrunde mit ehemaligen Schulleitern, Lehrern und Schülern soll es am Mittwoch, 4. Juli, 16 Uhr, vor allem um Erinnerungen an die Hauptschulen in Castrop-Rauxel gehen. Denn die Hauptschule habe gute Arbeit geleistet. „Man muss das ohne Sentimentalität sehen. Die Hauptschule ist nicht mehr gewollt. Die Eltern wollen ihre Kinder da nicht mehr haben, obwohl wir für unsere Arbeit immer gelobt wurden“, sagt Peter Braukmann. „Aber es gibt dieses Stigma: Hauptschule ist Verliererschule. Das hat am Anfang weh getan. Wir haben versucht, dagegen anzugehen, aber es die Schülerzahlen reichten einfach nicht.“

Jetzt seien eben andere Schulformen gefragt, die Schüler, die sonst an der Hauptschule eine Chance bekommen hätten, aufzunehmen. „Wichtig ist, dass Schüler gute Lernbedingungen haben. Und die hatten wir“, sagt Braukmann. „Wie die Schulform dann heißt, ist letztlich egal.“ Ein Vorteil der Hauptschle sei immer der kleine Klassenverbund gewesen. „Da kann man ganz anders auf die einzelnen Schüler, die Probleme unterschiedlicher Art haben, eingehen“, sagt Lehrerin Madelaine Stoverock, die mit dem Ende der Hauptschule auch das Ende ihrer Lehrerzeit besiegelt. „Das Schöne an der Hauptschule war immer, dass man so eng mit den Schülern arbeitet“, sagt Peter Braukmann. Das bestätigt auch Lehrerin Madelaine Stoverock. Diese Arbeit soll zum Abschluss des Schuljahrs noch einmal gewürdigt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik