Prozess am Bochumer Landgericht

Gesundheitsmanager aus Castrop-Rauxel unter Betrugsverdacht

Ein Gesundheitsmanager aus Castrop-Raxuel steht unter dem Verdacht des Abrechnungsbetruges. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht Bochum verantworten.

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Ein Gesundheitsmanager aus Castrop-Raxuel steht unter dem Verdacht des Abrechnungsbetruges. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht Bochum verantworten. Foto: dpa

Bochum/castrop-Rauxel.  Der angeblich millionenschwere Abrechnungsbetrug eines Arztes aus Werne hat jetzt auch einen Gesundheitsmanager aus Castrop-Rauxel in Schwierigkeiten gebracht. Seit dieser Woche steht der 64-Jährige in Bochum vor Gericht.

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Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft hat es in sich: Der ehemalige Betreiber einer Dialysepraxis in Castrop-Rauxel soll bei seiner privaten Krankenkasse einen Aufenthalt in der Bochumer Klinik des Werner Arztes abgerechnet haben, den es gar nicht gegeben hat. Insgesamt sollen ihm dafür von seiner Krankenkasse zu Unrecht rund 8000 Euro überwiesen worden sein.

Angeklagter weißt Vorwürfe vehement zurück

Im Prozess vor dem Bochumer Landgericht hat der 64-Jährige die Vorwürfe allerdings vehement zurückgewiesen. Seiner Meinung nach habe es sich einfach um ein Versehen gehandelt. Er habe die Rechnung über den angeblichen Klinikaufenthalt (den es auch nach Angaben des Angeklagten nicht gegeben hat) zunächst nicht gesehen und später selbst beanstandet. Ein Teil der Summe – rund 5600 Euro – seien deshalb auch zurückgezahlt worden.

Die weiteren rund 2400 Euro hatte der Gesundheitsmanager allerdings behalten. Und zwar ohne schlechtes Gewissen. Wörtlich sagte er dazu im Prozess: „Ich habe keine Schuldgefühle und ich habe auch nicht das Gefühl, einen Betrug begangen zu haben.“ Er sei von dem Arzt aus Werne schließlich ambulant behandelt worden. Dabei sei genau diese Summe angefallen.

Richter zweifeln Geschichte stark an

Ob der 64-Jährige die Richter damit überzeugen kann, ist allerdings fraglich. Sie haben zum Prozessauftakt bereits deutlich gemacht, dass sie große Zweifel an der Version des Angeklagten haben. Richter Markus van den Hövel sprach von „fingierten Rechnungen“, falschen Daten und zweifelhaften Adressen. „So etwas macht unser Gesundheitssystem kaputt“, so van den Hövel. „Hier wird ein unglaublicher Missbrauch betrieben.“

Beide Strafverfahren - gegen den Arzt aus Werne und gegen den Gesundheitsmanager aus Castrop-Rauxel - werden fortgesetzt.

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