Mit Videos

Feuerwehr beklagt fehlenden Respekt bei Einsätzen

Castrop-Rauxel.  Immer wieder kommt es vor, dass die Feuerwehr bei Einsätzen von Gaffern oder Störern aufgehalten wird. Für die Opfer ist das lebensgefährlich. Um die Menschen wachzurütteln, hat die Feuerwehr nun ein Video veröffentlicht. Wir haben uns mit der Wache in Castrop-Rauxel über fehlenden Respekt gegenüber Einsatzkräften unterhalten.

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Seit Dienstagabend geht ein Video-Clip der Feuerwehr mit dem Titel "Respekt? Ja - Bitte!" durchs Internet. Schnelle Bildschnitte, peitschende Musik, kurze Statements von Betroffenen, Politikern wie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft - alles fügt sich in zweieinhalb Minuten zu einem Appell: Lasst jeden, der Menschen rettet, in Ruhe seine Arbeit machen!

Im Clip schildert ein dunkelhäutiger Feuerwehrmann, gebürtiger Deutscher, wie er angegangen wird: "Scheiß Neger, von dir lass ich mir nicht helfen" und "Du nimmst uns hier unsere Arbeitsplätze weg". Eine Feuerwehr-Frau berichtet, sie und ihre Kollegen seien aus dem Rettungswagen heraus und in eine Massenschlägerei hineingezogen worden. In einem anderen Fall fuhr ein Mann mit seinem Wagen mitten in den Einsatz der Feuerwehr.


Andreas Jedamzik aus Castrop-Rauxel, Vorstandsmitglied der Feuerwehr-Gewerkschaft, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Diskussion über Strafen für Pöbler, Störer und Gaffer sei das eine, die Frage, wie wir wieder Werte in die Gesellschaft bringen, das andere.

Die Idee fürs Video kam aus der Landesgruppe der Feuerwehr-Gewerkschaft. Jedamzik wollte den Clip, an dem sich auch Kollegen aus dem Sauerland und Rheinland beteiligten, gerne schon während der "Woche des Respekts" online haben. Mit dieser Woche warb die Landesregierung im November um mehr gegenseitige Achtung. Nun ist Jedamzik froh, noch vor Silvester den Videoclip ins Netz gebracht zu haben. Er hat selbst Dienst in der kommenden Silvesternacht.

Daniel Meyer (36) ist bei der Feuerwehr in Castrop-Rauxel hauptamtlich tätig. Bei einem Redaktionsbesuch schilderte auch er, wie wichtig - und manchmal unglaublich - die Geschehnisse sind, die er in der Praxis erlebt. Er verweist auf einen Verkehrsunfall in Velbert im Bergischen Land kurz vor Weihnachten, bei dem eine Großfamilie am Unfallort die Rettungsarbeiten behinderte. "Es ist schon so, dass die Bevölkerung uns immer öfter behindert und so mit dem Leben der Menschen spielt", sagt er im Interview.

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