Feste stehen auf dem Prüfstand

Recklinghausen.   Auch gestern war die Zeitreise zum 1000-jährigen Bestehen der Stadt noch Thema. Drei Tage lang hatte das Fest in der Altstadt Tausende Besucher in seinen Bann gezogen. Die Veranstalter von der aREna GmbH ernteten Lob von allen Seiten. Im Rathaus wird nun die bisherige Konzeption von Events in der Stadt überdacht.

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Auch gestern war die Zeitreise zum 1000-jährigen Bestehen der Stadt noch Thema. Drei Tage lang hatte das Fest in der Altstadt Tausende Besucher in seinen Bann gezogen. Die Veranstalter von der aREna GmbH ernteten Lob von allen Seiten. Im Rathaus wird nun die bisherige Konzeption von Events in der Stadt überdacht.

Das Epochenspektakel hat die Stadt rund 93 000 Euro gekostet. Nach Einschätzung von Bürgermeister Tesche ist die Investition auch in finanziell weiterhin schwierigen Zeiten allemal vertretbar. „Der Werbewert des Wochenendes für unsere Stadt war sicher um ein Vielfaches höher“, ist der Bürgermeister überzeugt. Insgesamt gibt Recklinghausen über das ganze Jahr für die verschiedenen Aktivitäten zum Jubiläum rund 300 000 Euro aus.

Seit Jahren findet eingebettet in ein Frühlings- und ein Herbstfest an zwei Terminen auch ein verkaufsoffener Sonntag statt. „Wir denken nun ernsthaft darüber nach, dieses Konzept über Bord zu werfen und stattdessen einmal im Jahr ein großes Stadtfest mit einem wertigen Programm auf die Beine zu stellen. Unsere Stadtgeschichte bietet dazu ganz sicher ausreichend attraktive Anknüpfungspunkte“, sagte Tesche.

Das Stadtoberhaupt hatte auch mit Blick auf die Probleme des Einzelhandels am Samstag bei der Eröffnung erklärt, dass sich die Stadt nicht kampflos ergeben wolle. „Wir wollen die Leute mit unterschiedlichen Aktivitäten zu uns locken und beweisen, dass Recklinghausen nach wie vor eine lebendige Stadt ist. Wir müssen an uns glauben und das Potenzial, das wir haben, nach außen kehren. Dann kann es auch gelingen, im Konkurrenzkampf mit dem Internethandel besser zu bestehen. Im Vergleich zu anderen Städten haben wir da beste Chancen“, führte der Bürgermeister aus.

Zum Event „Recklinghausen leuchtet“ funktioniert dieses bereits seit Jahren. Die Idee, ein großes Stadtfest zu veranstalten, rührt nicht zuletzt auch aus den Problemen, die verschiedene Städte in den vergangenen Monaten mit der Durchführung von verkaufsoffenen Sonntagen hatten. Die Gewerkschaft Verdi klagt mittlerweile rigoros gegen das Öffnen der Geschäfte am Sonntag. Die Verwaltungsgerichte stimmen diesen nur noch zu, wenn gewährleistet ist, dass das Programm geeignet ist, mehr Besucher anzulocken, als die geöffneten Geschäfte. Das war am Wochenende zweifellos der Fall.

„Wir sind gut beraten, uns auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen und uns neu zu orientieren“, ist Franz Bender, Sprecher des Westquartiers überzeugt. Er unterstützt die Überlegungen im Rathaus, künftig einen verkaufsoffenen Sonntag mit einem zentralen Stadtfest zu verbinden. Die Zeitreise habe dem Handel gute Umsätze beschert. „Wenn wir den Kunden etwas Ordentliches bieten, dann kommen sie auch“, sagte Bender.

Noch eines habe das Jubiläumsspektakel gezeigt. „Wir sind gut beraten, die Werbung im Umland weiter zu verstärken, um Kunden von außen in die Stadt zu holen. Wir müssen zum Beispiel auch dem Coesfelder mitteilen, dass Recklinghausen eine geile Einkaufsstadt ist“, forderte Bender. Er habe die Erfahrung gemacht, dass auswärtige Kunden bei ihrem ersten Besuch in Recklinghausen von der Atmosphäre in der Stadt regelrecht begeistert seien.

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