Ein besonderes Holztier und zwei Königsstühle

Waltrop.   Ein Schützenvogel ist seit Jahr und Tag Teil der Dauerausstellung im Museum des Heimatvereins. Ein bildschönes Ausstellungsstück, finden alle Beteiligten. Aber was genau es mit dem Holzadler auf sich hat, wissen die wenigsten. Sonntag, bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Heimat und Brauchtum im Bürger- und Schützenverein“, klärte Theo Hemmerde auf.

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Ein Schützenvogel ist seit Jahr und Tag Teil der Dauerausstellung im Museum des Heimatvereins. Ein bildschönes Ausstellungsstück, finden alle Beteiligten. Aber was genau es mit dem Holzadler auf sich hat, wissen die wenigsten. Sonntag, bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Heimat und Brauchtum im Bürger- und Schützenverein“, klärte Theo Hemmerde auf.

Eigentlich ging man davon aus, dass es sich um so eine Art Sicherheitsvogel handelte. Für den Fall, dass irgendwann einmal kurz vor einem Schützenfest der Vogel geklaut wird oder sonst wie abhanden kommt, hätte man einen Ersatzvogel im Heimatmuseum. Aber nein, erklärte Theo Hemmerde. Bei ihm auf dem Hof habe es vor 23 Jahren ein Stadtschützenfest gegeben. „Wir Schützen bewahren so viele Dinge auf“, habe man damals zueinander gesagt, berichtete Hemmerde. „Nur das, worum es geht, das ist am Ende immer kaputt: der Schützenvogel.“ Also habe man Vogelbauer Brüggemann gebeten, einen besonders schönen Vogel zu schaffen. Der wurde dann gestiftet. Dieser besonders schöne Vogel („dagegen sind die anderen nur Krähen!“) ist nun Dauerausstellungsstück im Museum.

Dem Holztier leisten jetzt viele weitere Gegenstände, die das Schützenwesen des BSV Waltrop dokumentieren, Gesellschaft. Die Stühle etwa, auf denen die Königspaare seit vielen Jahren bei der Krönung Platz nehmen, und die Dicke Berta, ein Kanonengeschütz. Sogar ein Wachhäuschen ist aufgebaut, in dem ein Schütze im Originalschützenrock Wache schiebt – wenn auch nur in Gestalt einer Schaufensterpuppe.

Heimatvereinsmitglied Bernhard Heckmann hatte einst die Idee in die Runde geworfen, eine Ausstellung zum Bürgerschützenverein Waltrop zu gestalten. Sofort waren alle begeistert und fingen an zu kramen. Ein Brief, den 1927 der damalige Kaplan an den „hochwohllöblichen Vorstand“ der Schützen schickte, kam jetzt noch frisch dazu. Ludger Grothus, Vorsitzender des BSV, las daraus vor: „Der Kaplan werde nur zum Schützenfest kommen, wenn man ihm fest zusage, dass am Samstagabend auf keinen Fall getanzt würde.“ Lang ist’s her…

Franz Josef Bomert, stellvertretender Vorsitzender des Heimatverein, war nie Schütze, wohl aber sein Vater und sein Großvater. Letzterer, Franz Lehmkuhl hat so einiges übers Schützenwesen niedergeschrieben. Material für eine weitere Schützenausstellung scheint also gesichert.

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