CAS-Sounds - Folge 14

Castrop-Rauxeler Band hat Kästner auf dem Zettel

Tommek Noack, Britta Doetsch, Werner Habbel, Tänzerin Magdalena Stypka, Tontechniker Michael Krafzik, Tänzerin Isbabel Niewelt, Schlagzeuger Christian Zarnick und (im Vordergrund) Michael „Mike“ Grosshart spielen gegen den Hype.

Foto: Christian Püls

Tommek Noack, Britta Doetsch, Werner Habbel, Tänzerin Magdalena Stypka, Tontechniker Michael Krafzik, Tänzerin Isbabel Niewelt, Schlagzeuger Christian Zarnick und (im Vordergrund) Michael „Mike“ Grosshart spielen gegen den Hype. Foto: Christian Püls

Castrop-Rauxel.  Die Castrop-Rauxeler Band „Mike Surprise and Friends“ sind in ihren Songs teils ziemlich kritisch – und lassen sich auch schon mal von Erich Kästner inspirieren. Wie genau, verraten sie in unserer neuen CAS-Sounds-Folge.

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Mike Surprise and Friends haben ihre erste CD im Visier. Rund ein Dutzend Songs haben Michael „Mike“ Grosshart und seine vier Bandkollegen bereits in petto. „Nur selbstgeschriebene Stücke, nichts gecovertes“, sagt der 60-Jährige Becklemer. Er schreibt Songs und Texte. Bei „Superfrauen“ habe er sich aber von Erich Kästners Gedicht „Sogenannte Klassefrauen“ inspirieren lassen, gibt Grosshart unumwunden zu. In den Zeilen des Becklemers heißt es: „Kennt ihr schon die Superfrauen, die immer in den Himmel schauen? Sie laufen rum, im letzten Trend, in Kleidersäcken oder eingezwängt. Vollkommen egal, ob nützlich oder Qual.“

Nichts von der Mode diktieren lassen

Es ist seine Art von Kritik. Kritik daran, sich sklavisch dem Diktat der Mode zu unterwerfen. „Mit Mode stellt man auch Persönlichkeit dar“, erklärt Grosshart, „wenn man dem Diktat der Mode derart verfällt, dass mein eigener Charakter dabei untergeht, wird es grenzenlos.“ Vom herablassenden Ton Kästners Gedichts, das der geneigte Leser durchaus als frauenfeindlich interpretieren könnte, hat sich der Becklemer aber emanzipiert. Der große Hype, um Sendungen à la Germanys Next Top-Model, wolle ihm jedoch nicht in den Kopf. So ist Kästner irgendwie wieder aktuell.

„Ich schreibe über Dinge die mich beschäftigen“, so der 60-Jährige, „wie man die Liebe fand, wie sie verloren ging.“ Seine Ideen landen erst mal auf Notizzetteln, bis er sie mit der Gitarre in eine musikalische Grundform gießt. „Oft guckt sich das unser Solo-Gitarrist Tommek Noack an“, schildert Grosshart, „als ausgebildeter Musiker weiß er immer schnell eine Lösung, wenn mal ein Übergang von den Harmonien nicht so ganz passt.“ Bei den Proben wird dann arrangiert.

Proben auf Castrop-Rauxeler Dachboden

Der Proberaum befindet sich – ganz untypisch - im Dachgeschoss. Früher war das die Wohnung von Grossharts Tochter. „Seit 2012 sind wir eine spielfähige Band mit funktionierender Rhythmusgruppe“, sagt Schlagzeuger Christian Zarnick, „Werner Habbel ist ein hervorragender Bassist.“ So bespielte man offene Bühnen und trat bei mehreren Auflagen der Ruhrfestspiele auf – damals noch mit Gitarrist Werner Pohlmann. „Durch seinen Ausstieg entstand 2015 ein kleiner Bruch“, sagt Zarnick, „doch ihm ging es nicht schnell genug voran.“

2016 komplettierte Backgroundsängerin Britta Doetsch Mike Surprise and Friends. „Das ist meine erste Band seit längerer Zeit“, erklärt sie, „die Musik gefällt mir und es läuft hier sehr professionell.“ Rund 15 Stücke sollen auf der Debüt-CD landen. Aufgenommen wird im eigenen Studio. Doch zuvor wollen die Musiker gemeinsam an den Arrangements feilen, alten Stücken neue Strukturen geben. Und dann noch mal raus auf die Bühne. „Wir wollen gucken, wie die Stücke dann beim Publikum ankommen“, sagen Habbel und Zarnick. Bestehen die Songs den Test, beginnen die Aufnahmen zum Album.

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