Drama

Baby kommt nach Familiendrama bei Pflegeeltern unter

Foto: Christin Neumann

Castrop-Rauxel/Dortmund.  Nach einem Familiendrama in Dortmund, bei dem ein Mann im Streit seine Frau erstochen hatte, kommt das Baby des Paares nun in eine Pflegefamilie.

Das Familiendrama, das sich am Samstag in Dortmund-Bövinghausen ereignet hat, zieht Kreise nach Castrop-Rauxel. Offenbar lebte das Ehepaar dort mit seinem Kind in einer Wohnung. Im Streit soll der Mann seine Frau erstochen haben. Das nur wenige Wochen alte Baby des Paares kommt in eine Pflegefamilie. Das Ehepaar soll nach Recherchen unserer Redaktion in den vergangenen Monaten vor dem Umzug in die Castrop-Rauxeler Wohnung in einer in einer Asylbewerber-Einrichtung gelebt haben.

Dem Säugling geht es laut Staatsanwalt Henner Kruse gut. Das Jugendamt in Castrop-Rauxel, so die Dortmunder Staatsanwaltschaft, habe das Kind in einer Pflegefamilie untergebracht. Der 36-jährige Ehemann soll die Frau getötet haben. Beide wohnten zuletzt wohl in Castrop-Rauxel. Von der Stadtverwaltung waren am Montag keine Informationen zu erhalten.

Frau wollte Trennung

Der Tat auf der Uranusstraße in der Nähe der Provinzialstraße in Bövinghausen war ein Streit vorausgegangen. Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten am Sonntag, dass die Frau die Trennung wollte. Die Frau starb in einem Krankenhaus an den Folgen der Messerstiche, durch die mehrere Organe verletzt wurden. Alle Versuche der Ärzte, ihr Leben noch zu retten, scheiterten.

Laut Staatsanwaltschaft fahndete die Polizei am Samstagabend nach dem Mann. Eine Spur führte zu einer Asylbewerberunterkunft, wo der mutmaßliche Täter allerdings nicht anzutreffen war. Auch dort soll er sich nach der Trennung von seiner Frau aufgehalten haben.

Beide haben einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Gemeinsam wohnten sie in einer Wohnung. Den Ehemann konnte die Polizei in der Nähe dieser Wohnung auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet festnehmen.

Opfer wohnte im Frauenhaus

Zeitweise wohnte die 26-Jährige offenbar auch in einem Frauenhaus. Ob es sich um das in Castrop-Rauxel handelte, war am Montag nicht mehr herauszufinden. Die Mordkommission prüft einen Hinweis, wonach der 36-Jährige ihr schon einmal Gewalt angetan haben soll.

Polizei und Justiz ist der Mann aus zwei anderen Verfahren bekannt. Diese sind eingestellt worden. Da der mutmaßliche Täter der Vater ist und derzeit in Untersuchungshaft sitzt, musste das Jugendamt in Castrop-Rauxel sicherstellen, dass das Baby gut versorgt wird. In der Untersuchungshaft ist das nicht möglich.

Später muss ein Familiengericht über das mögliche Sorgerecht des Vaters und die Zukunft des Babys entscheiden.

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