Innungsbetriebe baten Elisabethschüler zur Verkostung ihrer Hausmacher-Produkte. Mit dem Pokal-Wettbewerb sollen die Kleinen für das Handwerk begeistert und so zu Kunden von morgen werden

(siehe Info-Kasten)Welche schmeckt und riecht besonders lecker? Denise Geller von der Kreishandwerkerschaft servierte die Kostproben für den
(siehe Info-Kasten)Welche schmeckt und riecht besonders lecker? Denise Geller von der Kreishandwerkerschaft servierte die Kostproben für den "Kinder-Fleischwurst-Pokal". Als Juroren im Einsatz: die Elisabetschüler (v.l.) Emely, Antonia, Jannis und Jan Niklas. Foto: Reutter © WAZ

Reichlich abgespeckt hat die Fleischer-Innung Herne/Castrop-Rauxel. Zählte der Handwerksverbund in den 60er Jahren noch 80 Mitglieder, sind es aktuell nur acht Betriebe; davon drei in unserer Stadt (Bols, Schmidt, Schäfer). Höchste Zeit also, heute die Kunden von morgen zu gewinnen.

Zum zweiten Mal vergab die Innung am Dienstag ihren "Kinder-Fleischwurst-Pokal". Als Juroren am Start: 29 Jungen und Mädchen der Klasse 2c der Elisabethschule in Obercastrop. Für sie galt es, ihre Favoriten aus dargereichten Kostproben auszuwählen.

"Die Discounter und der Lebensmittel-Einzelhandel graben uns kleineren Fachbetrieben zusehends das Wasser ab. Deshalb wollen wir die Kinder für unsere handwerklich hergestellten Produkte begeistern und für ein bewusstes Essen und Schmecken sensibilisieren", betont Obermeister Detlef Holz (42) aus Herne.

Sechs Innungsbetriebe servierten den Grundschülern ihre Hausmacher-Kringel. Welche Wurst aus welcher Fleischerei stammt, blieb den Kindern verborgen. Unterstützt von Klassenlehrerin Katharina Overkott, machten sich die Kleinen ans große Futtern. Ein vorbereiteter Prüfbogen umfasste drei Kategorien: Geschmack, Aussehen und Geruch. Die Antwortmöglichkeiten reichten von "Echt gut!" und "Lecker!" bis zu "Igitt" und "Ich riech' nix!"

Mit Feuereifer, jeweils in Zweiergruppen, wurde geschnüffelt, geschaut und geschmatzt. Die Punktewertung fiel letztlich eindeutig aus und bescherte Castrop-Rauxel einen unangefochtenen Doppelsieg . Der silber funkelnde Wanderpokal bleibt in unserer Stadt.

Dass die Kinder den Handwerksbetrieben treu bleiben, hofft derweil Willi Bols. Der Obercastroper, der das Pokalturnier der Innung für die Elisabethschule vermittelt hatte, weiß: "Kinder lieben Fleischwurst, die deshalb oft auch Kinderwurst genannt wird." Mit Wurst fängt man Mäuse: nicht nur an der Verkaufstheke, wo die Kleinen mit eine Leckerei auf die Hand bedacht werden, sondern in Herne und Castrop-Rauxel auch mit dem "Fleischwurst-Pokal".