Partnerschaftslauf

Zwei-Städte-Lauf Bottrop – Gladbeck könnte Tradition werden

Da war am Bottroper Rathaus um 10.30 Uhr gerade der Startschuss

Da war am Bottroper Rathaus um 10.30 Uhr gerade der Startschuss

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   In Bottrop sind die Läufer um 10.30 Uhr gestartet, in Gladbeck kamen sie um 11.45 Uhr an: Der erste gemeinsame Städtelauf ist gelungen.

230 Bottroper und Gladbecker haben am Sonntagmorgen die Laufschuhe geschnürt. Für eine Premiere, die vielleicht zu einer Tradition werden wird: Erstmals fand ein Zwei-Städte-Lauf von Bottrop nach Gladbeck statt, ein gemeinsames Event im prallen Veranstaltungsprogramm beider Städte zum Jubiläum des 100-jährigen Bestehens als Stadt. Der Start in mehr sportliche Gemeinsamkeit mit einem Zehn-Kilometer-Lauf von Rathaus zu Rathaus ist auf jeden Fall gelungen – selbst das Wetter spielte netterweise mit. Es blieb trocken.

Gut gelaunt stehen die Läuferinnen und Läufer um 10 Uhr morgens auf dem Platz vor dem Bottroper Rathausplatz. Manche sitzen auch im Liegestuhl oder fläzen sich auf einem Sitzsack. Andere warten am Waffelstand, einen Becher mit Kaffee in der Hand. Gut gestärkt läuft es sich besser.

Bürgermeister Strehl gibt Startschuss

Wer gehört zu welcher Stadt? Eigentlich egal, Lokalpatriotismus ist hier kein Thema. Wo einer herkommt, lässt sich nur an manchen Trikots erkennen. Die Gladbecker Fun Runner, die den Lauf mit dem Verein Adler Langlauf Bottrop organisiert haben, sind mit rund 40 Leuten da. Adler ist mindestens genauso stark vertreten. Einer von ihnen

ist Dennis van Laack, er hat Ehefrau Mareike und Söhnchen Lenn (2) dabei. Lenn „läuft“, vermutlich als jüngster Teilnehmer, im Sportbuggy mit. „Das kennt er“, sagt Mama Mareike, die sportlichen Eltern nehmen den Nachwuchs zum Joggen häufiger mit. Ehemann Dennis übt zurzeit für den Berlin-Marathon.

Ziemlich fit ist auch die Gladbecker SV 13-Triathlon-Truppe, die auf den Start wartet. Für Christine, Andrea, Maria Luise, Robert und Klaus ist die zehn Kilometer Strecke über den City-Trail ein „gutes Training“. Und der gemeinsame Lauf am Sonntagmorgen ein netter Spaß.

Bei dem Lauf geht es nicht um Schnelligkeit

Um 10.30 Uhr sind alle bereit, Klaus Strehl gibt mit der Pistole den Startschuss. Die Polizei sichert die Strecke, auch mit Motorrädern. An der Spitze laufen Mitarbeiter von innogy, Sponsor des Events, in lila T-Shirts. „Sie geben das Tempo an, dürfen nicht überholt werden“, hatte Moderator Christopher Wittmers die Regeln klar gemacht. Es ging ja sowieso nicht um Schnelligkeit bei diesem Lauf, der als Symbol für die Verbindung beider Städte und ihre Gemeinsamkeiten stehen sollte.

Davon gibt es so einige, erinnerte Bürgermeister Ulrich Roland in seiner Ansprache daran, dass Gladbeck und Bottrop beide am 21. Juli 1919 per Telegramm über die Verleihung der Stadtrechte informiert wurden. „Jetzt seid ihr Stadt“, hieß es damals. Die Geschichte dieser beiden Städte hätten dann die Menschen geschrieben, so Roland.

Städte sollten mehr zusammen machen

Eben das tun sie auch weiterhin und besonders im Jubiläumsjahr. „So ein Lauf, der schweißt zusammen“, ist Klaus Strehl überzeugt. Bei der einmaligen Veranstaltung soll es daher nicht bleiben, „es gibt viele Ideen für die Zukunft“ kündigt der Bottroper Bürgermeister an, dass der Lauf zur Tradition werden könnte.

Im Sinne von Karl-Heinz Hulisz (73) wäre das. Er gehört zu keinem Verein, ist spontan am Morgen gekommen um mitzulaufen. „Ist doch eine super Idee. Die Städte sollten viel mehr zusammen machen“, findet der Bottroper. Früher ist er die Strecke nach Gladbeck oft gefahren. Damals, als es Karstadt noch gab. Er hat dort gearbeitet.

Läufer waren sehr flott unterwegs

75 Minuten später, um 11.45 Uhr, ist Karl-Heinz Hulisz wie alle anderen 230 Läuferinnen und Läufer in Gladbeck angekommen. Sie waren doch recht flott auf den zehn Kilometern unterwegs gewesen (kurz nach dem Start gab es deshalb schon ein wenig Gemopper in den hinteren Reihen). Sogar ein ca. zehnminütiger Zwischenstopp an der Stadtgrenze (Industriestraße) war drin. Dort gab es Bananen und Müsliriegel zur Stärkung, die Sambatrommelgruppe „Bateria Kokolores“ feuerte lautstark an.

Hier konnten auch die dazustoßen, die nur fünf

Kilometer laufen – oder walken wollten. So wie Martin und Karin Schuster, die früher mal bei den Fun Runnern mit gelaufen sind, aber aus gesundheitlichen Gründen sportlich etwas kürzer treten müssen.

Auf dem Platz hinter dem Gladbecker Rathaus gibt es viele zufriedene Gesichter. Und hungrig sind die Läufer auch schon wieder: Meterlang ist Schlange vorm Bratwurststand.

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