Coronavirus

Zu volle Busse: Vestische setzt 13 zusätzliche Fahrzeuge ein

Ein morgendliches Ritual nach den Herbstferien: Zahlreiche Schüler steigen in einen Linienbus und wollen zur ihrer Schule.

Ein morgendliches Ritual nach den Herbstferien: Zahlreiche Schüler steigen in einen Linienbus und wollen zur ihrer Schule.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Bei der Vestischen sind mittlerweile alle Busse im Verbreitungsgebiet unterwegs. Hinweise, ob zu viele Fahrgäste an Bord sind, werden geprüft.

Die Herbstferien sind vorüber, Kinder und Jugendliche gehen in Bottrop wieder zur Schule. Zeitgleich möchten Pendler zur Arbeitsstätte. Dann wird es voll, manchmal sogar sehr voll an den Haltestellen, vor und in den Bussen. Die Vestische hat Maßnahmen getroffen und den Fuhrpark aufgestockt.

„13 zusätzliche Busse sind im Gebiet der Vestischen im Einsatz“, sagt Jan Große-Geldermann, stellvertretender Pressesprecher des Verkehrsunternehmens. Diese Fahrzeuge gehören einer Fremdfirma und sollen bei der großen Auslastung zu den Stoßzeiten helfen. Denn die Vestische ist am Anschlag ihrer Kapazität angelangt. „Alles, was rollen kann, rollt“, sagt Große-Geldermann.

Ständig ein Gefühl von zu wenig Platz

Schon seit dem 20. August ist ein zusätzlicher Bus der Linie 263 von Welheim in Richtung ZOB unterwegs. „Wir tun, was wir können“, so der Pressesprecher. Laut Corona-Schutzverordnung ist der ÖPNV vom Abstandsgebot ausgenommen. Deshalb gilt in den Bussen die Maskenpflicht. Die Vestische gibt zu, dass sich die Distanz von 1,50 Meter nicht immer einhalten lässt. Die Unsicherheit und Sorge der Eltern mit teils überfüllten Bussen bei gleichzeitig steigenden Corona-Infektionen kann die Vestische nachvollziehen.

Das Gefühl von zu wenig Platz fährt in Zeiten von Corona immer mit. Große-Geldermann macht zum besseren Verständnis eine Rechnung auf: „Um den Mindestabstand zu gewährleisten, würden die Verkehrsunternehmen in Deutschland laut einer Schätzung ihres Verbandes die fünf- bis sechsfache Menge an Fahrzeugen benötigen.“ Dies würde für die Vestische bedeuten, dass mindestens 1165 statt aktuell 233 Busse sowie 3750 statt 750 angestellte Fahrer benötigt werden. „Ebenso müssten die für den Verkehrsbetrieb tätigen Fremdunternehmer ihre Kapazitäten aufstocken“, so der Pressesprecher.

Frischluftzufuhr in den Bussen durch Türenöffnen

Jan Große-Geldermann versichert: „Wir nehmen die Probleme ernst.“ Nach Hinweisen über zu volle Busse überprüft ein Verkehrsmeister die Situation und macht eine Fahrgastzählung. Hygiene steht an oberster Stelle. Die Vestische säubert jedes Fahrzeugs täglich mit einer Seifenlösung. An den Haltestellen öffnet sich laut Vestische seit Beginn der Pandemie mindestens eine, häufiger weitere oder alle Türen, sodass hier eine sehr hohe und vor allem dauerhafte Frischluftzufuhr gewährleistet wird. Zudem würden Klimaanlagen mit einer Frischluftzufuhr den permanenten Luftaustausch in den Fahrzeugen unterstützen.

Auch andere haben Maßnahmen getroffen, um Ansammlungen von Schülern zu vermeiden. Die Stadtverwaltung ist eng im Austausch mit dem Verkehrsunternehmen. „Die Schulen haben unterschiedliche Anfangszeiten“, sagt Nadine Granow-Keysers, Abteilungsleiterin vom Fachbereich Jugend und Schule. Am Josef-Albers-Gymnasium wurde schon vor der Corona-Pandemie der Unterrichtsbeginn in zwei Zeiten aufgeteilt. Wie Schulleiter Ingo Scherbaum berichtet, startet der Unterricht der Sekundarstufe I um 8 Uhr, die Sekundarstufe II eine Viertelstunde früher. „Wir profitieren davon“, sagt er. Dadurch wird der Anreiseverkehr der Schüler entzerrt. Neu ist zudem, dass die Lehrer 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn die Klassentür aufschließen und im Raum sind, sodass kein unnötiger Pulk vor der Tür entsteht.

Schulleiter hofft auf Fußgänger und Radfahrer

Zusätzlich hat der städtische Fachbereich an die Bottroper Schulleiter appelliert, die Schüler und Jugendlichen darauf hinzuweisen, dass sie möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen sollten. Die Verkehrssituation hat sich am Josef-Albers-Gymnasium dadurch entspannt. Ingo Scherbaum wünscht sich, dass auch in den Wintermonaten, wenn es die Witterung zulässt, sich weiterhin viele Schüler für das Fahrrad entscheiden. Ähnlich sieht es Markus Reuter, Schulleiter an der Willy-Brandt-Gesamtschule. Er selbst hält es jedoch für illusorisch, dass überall der Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann. Das gelte sowohl für Busfahrten, als auch auf dem Schulhof oder auf dem Weg dorthin. Viel entscheidender ist die Mund-Nase-Bedeckung. Die Klassenlehrer an der Gesamtschule erinnern deshalb regelmäßig daran, auch außerhalb der Schule die Masken nicht sofort abzusetzen.

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