Gesundheit

Zahl der Geschlechtskrankheiten bleibt hoch in Bottrop

Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion.

Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion.

Foto: AOK / hfr

Bottrop.  In Bottrop stellt die Krankenkasse AOK einen Anstieg fest. Allein im Vorjahr registrierte sie 116 Fälle. Dabei gibt es Maßnahmen zur Vorbeugung

Die Anzahl der Geschlechtskrankheiten steigt. Im vergangenen Jahr war allein bei den Versicherten der AOK Nordwest ein Anstieg von 106 auf 116 Fälle in Bottrop zu verzeichnen. Der Anteil der betroffenen Männer liegt mit 58,6 Prozent höher als der der Frauen.

„Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt. Doch wenn Geschlechtskrankheiten frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln und sind in den meisten Fällen auch heilbar. Deshalb sollte bei Verdacht auf eine Geschlechtserkrankung auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Ausfluss, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden sowie Unterbauchschmerzen. Am häufigsten wurden Feigwarzen diagnostiziert, gefolgt von akuter Virushepatitis B, Herpes Simplex, Chlamydien und Syphilis.

Die Folgen sind oft schwerwiegend

„Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Kock.

Zur Vorbeugung der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sei es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. Kondome böten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liege eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöhe das Risiko, so die AOK.

Kondome bieten einen guten Schutz

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte Geschlechtskrankheit (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen. Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache. Auch viele Jungen sind damit infiziert. Deshalb können sie nicht nur den Erreger übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken.

Die Impfempfehlung gegen die HP-Viren gilt sowohl für Mädchen als auch für Jungen. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von sechs Monaten geimpft. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung.

Mehr Informationen zur Früherkennung gibt es im Internet unter anderem bei www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen/Services, und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.liebesleben.de.

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