Wohnpark fertig

Wohneigentum in Bottrop für den normalen Geldbeutel

Boxen als Stauraum ersetzen die Keller, auf die im Wohnpark verzichtet wurde.

Boxen als Stauraum ersetzen die Keller, auf die im Wohnpark verzichtet wurde.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Wohnpark „In der Boy“ ist fertig. Schon spielen Kinder in den Gärten in Bottrop-Boy. Die 91 Häuser waren in weniger als einem Jahr verkauft.

Der Wohnpark „In der Boy“ ist fertiggestellt. Zwischen Heimannstraße und Bergendahlstraße entstanden 91 Reihenhäuser auf dem fast 24 000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Fenster- und Küchenbaufirma Brockmann. Der Investor „Deutsche Reihenhaus“ ist hochzufrieden mit dem Ergebnis.

„Alle Häuser waren in weniger als einem Jahr verkauft, die Nachfrage war sehr hoch“, zeigte sich Pressesprecher Achim Behn über die Vertriebsgeschwindigkeit überrascht. Man habe hier die drei Standardhäuser „Lebensfreude“, „Wohntraum“ und „Familienglück“ mit Wohnflächen von 85 bis 145 Quadratmeter errichtet, die besonders für junge Familien interessant seien. Das belegen auch die vielen bunten Kinderspielzeuge und -geräte in den kleinen Gärten.

Erwerber kamen insbesondere aus Essen

Die Verkaufspreise inklusive Grundstück lagen zwischen 156.000 und 215.000 Euro. Etwa die Hälfte der Häuser sei an Bottroper Bürger verkauft worden, der Rest sei meist aus den umliegenden Städten, insbesondere aus Essen „abgeworben“ worden. Beim Rundgang durch die verkehrsberuhigte Zone offenbart sich die wohnliche Anordnung der Reihenhausblöcke mit der „grünen Achse“, dem Ausblick auf die Halde und dem neuen öffentlichen Spielplatz.

Oberbürgermeister Bernd Tischler hob die positiven Auswirkungen auf die Sozialstruktur als „Chance für den Stadtteil Boy“ hervor, die öffentliche Hand mit dem Privatinvestor an einem Strang gezogen. Die Baumaßnahme sei kein Fremdkörper, hier sei „die Kirche im Dorf geblieben“, ergänzt Tischler mit Blick auf die Rückseite der Paul-Gerhardt-Kirche. Staatssekretär Jan Heinisch vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW spricht von einem gelungenen Beispiel des Strukturwandels im Ruhrgebiet: „Das Gelände wirkt nicht als Fremdkörper, sondern sieht so aus, als sei es schon immer dagewesen.“ Hier sei auch für Familien mit „normalem“ Geldbeutel der Wunsch nach Wohneigentum erfüllbar.

Die Besonderheit ist das Blockheizkraftwerk

Die Reihenhäuser sind nach modernem Standard gedämmt, eine Besonderheit ist die zentrale Energieversorgung durch ein Blockheizkraftwerk. Wer hier ein riesiges Gebäude erwartet hat, ist überrascht, das „Kraftwerk“ ist in einer großen Garage untergebracht. Kernstück ist ein handelsüblicher, gasbetriebener PKW-Motor, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Von ihm werden alle Häuser mit Strom und Wärme versorgt. In Spitzenzeiten kann der Bedarf durch Fernwärme ergänzt werden. Über eine Leitungsführung erfolgt auch die zentrale Versorgung mit Kaltwasser, Telefon, Internet und Fernsehen.

Neben der weitaus besseren Energieeffizienz – die kurzen Wege bedeuten auch weniger Energieverluste - gegenüber individuellen Heizungsanlagen wird Platz und Geld gespart. „Die zentrale Lösung ist eine Investition in die Zukunft“, erläutert Achim Behn. Und Geschäftsführer Burghard Drescher von Innovation City, das die Maßnahme begleitet hat, nennt die effiziente Energieversorgung beispielhaft für die nachhaltige Entwicklung neuer Stadtquartiere: „Umweltschutz ist machbar“.

Die Häuser sind zwar alle nicht unterkellert, den Eigentümern stehen große Terrassenschränke, die zugleich als Sichtschutz dienen, und Gartenboxen als Kellerersatz zur Verfügung. Vor den Häusern stehen weitere Vorgartenboxen zur Verfügung, beispielsweise für Fahrräder. Die vielseitige Nutzbarkeit beweist eine Tagesmutter, die ein mit „Kinderbus“ beschriftetes Gefährt aus der Box zieht, in das anschließend sechs Kleinkinder zur täglichen „Lüftung“ gesetzt werden.

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