Das Josef-Albers-Museum Quadrat

„Wir wollten ein Albers-Zentrum für Bottrop“

Erika Liesner, damals Vorsitzende des Kulturausschusses, Nicholas Weber (Albers-Foundation) und der da,alige Oberstadtdirektor Bernd Schürmann freuen sich 1980 über die neu eingetroffenen Albers-Werke.

Erika Liesner, damals Vorsitzende des Kulturausschusses, Nicholas Weber (Albers-Foundation) und der da,alige Oberstadtdirektor Bernd Schürmann freuen sich 1980 über die neu eingetroffenen Albers-Werke.

Bottrop.  Vor 40 Jahren eröffnet das Museum Quadrat. Ein Jahr später beginnen Schenkungsverhandlungen. Erika Liesner war damals Kulturausschussvorsitzende

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

In diesem Jahr kann die Stadt - nahezu unbemerkt - auf 40 Jahre Museum Quadrat zurückblicken. Vielleicht überlagerten die Planungen und Finanzierungsmodelle für eine Erweiterung des Museumszentrums um eine Halle für Wechselausstellungen ein wenig den Blick auf die Geschichte. Aber mit der Eröffnung der Modernen Galerie und der Eiszeithalle 1976, der großzügigen Schenkung von Albers-Werken durch die Witwe des Künstlers, Anni Albers 1977 und spätestens mit der Erweiterung um das eigentliche Josef-Albers-Museum 1983 setzten die Politiker unterstützt von der Verwaltung den in vielen Jahrzehnten wohl bedeutendesten kulturellen Akzent in der Stadt.

Von 1979 bis 1989 Ausschuss-Vorsitzende

Eine Frau, die diese Entwicklung nicht nur aus nächster Nähe verfolgte sondern auch entscheidend mit trug, war Erika Liesner. Die CDU-Politikerin, selbst Innenarchitektin, war seit 1976 stellvertretende und von 1979 bis 1989 Vorsitzende des Kulturausschusses. Sie schrieb 1983 das Exposé für den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, das diesem als Grundlage für den Besuch zur Eröffnung des Hauses diente.

„Von Anfang an war das Quadrat als kultureller Leuchtturm, wie man heute sagen würde, für die Stadt gedacht“, sagt Erika Liesner. Vor allem in der Zeit der kommunalen Neugliederung Mitte der 70er Jahre aber auch danach sei dieses Projekt unterschwellig immer auch als Alleinstellungsmerkmal über die Stadtgrenzen hinaus gesehen worden. „Wir wollten quer durch alle Parteien auch möglichen Eingemeindungstendenzen entgegen wirken“, so die Lokalpolitikerin, die außerdem als eine der wenigen Frauen damals auch im Planungs- und Hauptausschuss aktiv war.

Auch andere Städte zeigten Interesse an Albers

Wir sahen bereits in den 70er Jahren die Chance, die sich mit dem Ausbau der bis dahin bescheidenen Sammlung von Albers-Werken für Bottrop bot“, so Erika Liesner. Aber Bottrop war nicht die einzige Stadt, die um Albers buhlte. Auch München und Berlin waren im Gespräch. Den Ausschlag für Bottrop gab das von Georg Küppers entworfene Museum und die Einflussnahme von Maximilian Schell. Der bekannte Schauspieler war ein enger Freund und Vertrauter von Anni Albers.

Dankesbrief von Helmut Kohl

„Anni Albers hat Schell als Informant nach Deutschland geschickt. Als er den schönen Neubau im Geburtsort von Josef Albers sah, hat beides zusammen wohl den Ausschlag für die spätere Schenkung gegeben“, erinnert sich die Politikerin.

„Es folgten schwierige Verhandlungen mit dem Ergebnis, dass Frau Anni Albers 95 Originale, 300 Blatt Grafiken und einige Glasarbeiten im Wert von etwa 2,8 Millionen Dollar unter der Stadt Bottrop unter der Bedingung schenkte, dass die Stadt unverzüglich den Bau des Josef-Albers-Zentrums beginnt.“

Das schrieb Erika Liesner am 1. Juni 1983 in ihrem Exposé an Helmut Kohl. Der Dankesbrief des Kanzlers erreichte sie am 22. Juni. Drei Tage später eröffnete Kohl im Beisein des damaligen US-Vizepräsidenten George Bush das erweiterte Museum.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik