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Weihnachtskrippen knüpfen über Generationen Familienbande

Aus den sechziger Jahren stammt die Krippe von Dr. Christoph Freitag. Seine Eltern schenkten sie ihm, als er noch ein kleiner Junge war.

Foto: Christoph Freitag

Aus den sechziger Jahren stammt die Krippe von Dr. Christoph Freitag. Seine Eltern schenkten sie ihm, als er noch ein kleiner Junge war. Foto: Christoph Freitag

Bottrop.   Heilige Familie im Stall zu Bethlehem weckt Erinnerungen an früher. Älteste Figuren lassen sich allenfalls an leichter Patina erkennen.

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Die Weihnachtskrippen überdauern und verbinden in vielen Familien Generationen. So baut Thomas Jozefiak im Scharnhölzfeld die Krippe jetzt Figur für Figur weiter aus, die schon sein Vater Herbert vor über 40 Jahren aus Obstkisten, Streichhölzern und Stäben abgebrannter Silvesterraketen gefertigt hatte. Und bei Heike und Johannes Bombeck knüpfte ein Foto der Krippe am Corinthweg auf dem Handy ihrer Tochter Familienbande bis ins ferne Ecuador.

Bei Dr. Christoph Freitag ist das nicht viel anders. „Teile meiner Krippe stammen aus den späten sechziger Jahren und sind ein Geschenk meiner Eltern an mich, als ich noch ein kleiner Junge war“, erzählt der Zahnarzt. Auch für ihn habe die Krippe noch heute eine große Bedeutung in der Vorweihnachtszeit. In Zeitungspapier einer WAZ-Ausgabe aus dem Januar packe er die Krippenfiguren Zuhause jedes Jahr ein. „Das Auspacken der Krippenfiguren markiert für mich den Beginn der Adventszeit und ist genauso wichtig wie das Aufstellen des Adventskranzes“, meint der Bottroper.

Figuren dienen Kindern auch als Spielzeug

Seine Krippenfiguren seien in seiner Kindheit auch immer mehr als reine Dekoration gewesen. Sie dienten ihm auch als Spielzeug. „Insbesondere die dramatischen Geschehnisse wie die Herbergssuche und die Anrufung der Hirten wurden nachgespielt, besonders gern auf meiner hellblauen Kinderdecke, die dabei eine wunderbare Anmutung von winternächtlichem Schnee hatte“, erinnert er sich.

Während sich Heike und Johannes Bombeck mit ihren Töchtern nach und nach immer mehr Ostheimer-Figuren in ihre Krippe stellten, stammen die Lindenholzfiguren von Dr. Christoph Freitag aus der Werkstatt von Lotte Sievers-Hahn. „Jahrzehnte später erfuhr ich, dass Krippenfiguren dieser Herstellerin auch heute noch in Handarbeit produziert werden, das heißt aus Lindenholz geschnitzt und lasierend bemalt“, erzählt der Zahnmediziner. Seit einigen Jahren kaufe er deshalb in jeder Adventszeit ein oder zwei neue Figuren für seine Krippe hinzu. Inzwischen sei die Anzahl der Krippenfiguren so auf 39 angewachsen. „Eine besondere Freude macht mir dabei meine Gruppe von Heidschnucken“, sagt der Bottroper. Womöglich liegt dass auch daran, dass einige der Tiere aus Holz mittlerweile einen Altersunterschied von gut 45 Jahren aufweisen. Das bemerke man aber nur bei genauem Hinsehen an der leichten Patina auf den ältesten Exemplaren.

Restaurator in Kevelaer erneuerte den Stall

Schon in der vierten Generation steht die Weihnachtskrippe bei der Familie Kuhfuß. Sie stammt aus dem Jahre 1909. In den achtziger Jahren brachte die Familie sie zu einem Krippenrestaurator nach Kevelaer, der den Stall teils erneuern musste. 32 Figuren sind heute noch vorhanden. „Unserer Uroma wurden die ersten Figuren damals 1909 zur Verlobung geschenkt“, erzählt Klaus Kuhfuß, „die Krippe wird heute aufgebaut und ist dann das Prunkstück zu Weihnachten“.

Viele Engel hüten in der Krippe von Doris Reineking das Christkind: drei Verkündigungsengel und acht Musikantenengel. Ihre insgesamt 34 Figuren hat sie aus Lindenholz aus dem Harz gefertigt. „Ich habe damit angefangen, daraus das Jesuskind zu schnitzen, so nebenbei beim Fernsehen. Es gefiel allen, also folgten Maria und Josef“, berichtet Doris Reineking. In jedem Jahr darauf schnitzte sie eine neue Figur.

Erzählen Sie uns auch von Ihrer Krippe

Die Kinder ließen in der Adventszeit Maria und Josef durch die Wohnung laufen, bis sie Heilig Abend mit Ochs und Esel im Stall stehen. „Die Engel kommen auch aus jeder Ecke der Wohnung herbei und nehmen Aufstellung in der Krippenpyramide, die mein Mann liebevoll gebastelt hat“, schildert sie das Krippenspiel.

>>> Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie mehr Krippenfiguren zu bieten? Schreiben Sie einige Zeilen zu dem Stichwort „Krippe“ an WAZ, Osterfelder Straße 13, 46236 Bottrop. Schicken Sie eine E-Mail mit an: redaktion.bottrop@waz.de. Geben Sie bitte Ihre Telefonnummer und Anschrift an. Gerne können Sie ein Foto Ihrer Krippe mitsenden.

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