Wirtschaft

Weckruf für den weiblichen Gründergeist

Carla Heßling vom Startercenter NRW in Bottrop unterstützt tatkräftig die Kampagne „Mutig. Clever. Gründerin!“, durch die Frauen angeregt werden sollen, sich selbstständig zu machen.

Carla Heßling vom Startercenter NRW in Bottrop unterstützt tatkräftig die Kampagne „Mutig. Clever. Gründerin!“, durch die Frauen angeregt werden sollen, sich selbstständig zu machen.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Mit Beteiligung des Bottroper Startercenters ist in der Emscher-Lippe-Region die Kampagne „Mutig. Clever. Gründerin!“ angelaufen.

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Sein eigener Chef zu sein kann viele Vorteile haben, gerade auch für Frauen gerade auch für Frauen, für die zeitliche Flexibilität wichtig ist. „Freie Zeiteinteilung mit Kind und Kegel gehört dazu. Oder die Möglichkeit, auch von zu Hause aus zu arbeiten“, sagt Carla Heßling, Beraterin im Startercenter NRW in Bottrop. Zusammen mit den anderen Startercentern in der Emscher-Lippe-Region sowie der B3 Beyrow Business Beratung wurde in dieser Woche eine Kampagne gestartet, um den weiblichen Gründungsgeist zu fördern. Slogan: „Mutig. Clever. Gründerin!“

„Ziel ist, das Gründerpotential von Frauen zu heben“, erläutert Carla Heßling. „Unser Anliegen ist, sie anzuregen und zu ermutigen.“ Ihre Erfahrung ist: Frauen gründen anders als Männer, stecken mehr Energie in die Vorbereitung, überlegen mehrfach, legen Wert auf Netzwerke.

Grundsätzlich setzen sie sich seltener in den Chefsessel der eigenen Firma als Männer. Laut einer Studie liegt die Selbstständigenquote der Frauen Deutschland bei 7,4 Prozent; bei Männern beträgt die Quote 13,6 Prozent. Der Anteil der Frauen bei den Beratungen im Bottroper Startercenter lag 2016 bei 38,4 Prozent, berichtet Heßling.

Selbstständigkeit kann auch eine Sache auf Zeit sein

Wobei: Eine Gründung in Angriff zu nehmen, das muss keine Entscheidung bis zur Rente sein, betont Heßling: „Heutzutage kann die Selbstständigkeit auch eine Sache auf Zeit sein. Sie kann zum Beispiel ein Einstieg nach der Kinder-Pause sein. Vielleicht gelangt man über einen Kunden dann wieder an einen festen Job.“

Ein (Plakat-)Gesicht der neuen Kampagne ist Britta Keller, heute 54, die sich mit einer Kochschule in der Boy selbstständig machte und damit ihr Hobby zu ihrem Beruf erhob. „Sie war auch hier zur Beratung“, erzählt Heßling. Auf die Angebote und Kurse der Startercenter aufgesetzt werden dank „Mutig. Clever. Gründerin!“ in der Emscher-Lippe-Region nun kostenlose Workshops speziell für Frauen.

Die setzen mit „Braincamps“ in der Orientierungsphase an. Carla Heßling hebt zudem das Angebot „Chefin auf Probe“ hervor. „Dabei können Frauen mal bei einer gestandenen Unternehmerin hospitieren und Selbstständigkeit praktisch erleben“, erklärt die Beraterin. Wer schon Unternehmerin ist, profitiert vielleicht von einer „Mastermindgruppe“, deren Teilnehmerinnen sich gegenseitig unterstützen, ihre jeweiligen Ziele zu erreichen.

Netzwerktreffen für Gründerinnen und junge Unternehmerinnen

Angeboten werden sollen ab Ende März auch regelmäßige Netzwerktreffen für Gründerinnen. „Als erstes Thema soll es um soziale Absicherung gehen, um die Rente und die Frage, wie geht es weiter wenn ich mal länger krank bin“, sagt Carla Heßling. Die Termine und das Kursprogramm werden auf der Internetseite der Kampagne bekannt gegeben.

Finanziell gefördert wird das Projekt, das zum Beispiel auch auf Gründermessen einem breiteren Publikum bekannt gemacht werden soll, bis Ende August 2018 vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. „Der Slogan ,Mutig. Clever. Gründerin!’ soll aber darüber hinaus bleiben“, sagt Carla Heßling. Und weiter mit Leben gefüllt werden.

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