Sommertour

WAZ-Leser auf den Spuren von Josef Albers und Toni Stockheim

Die  3. Sommertour von WAZ und Vestischer stand unter dem Kulturmotto. Da durfte das Museum Quadrat mit dem Skulpturenpark im Stadtgarten natürlich nicht fehlen.

Die 3. Sommertour von WAZ und Vestischer stand unter dem Kulturmotto. Da durfte das Museum Quadrat mit dem Skulpturenpark im Stadtgarten natürlich nicht fehlen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Bei der 3. Sommertour von WAZ und Vestischer ging es um die Kultur. Quadrat und Kulturkirche waren dabei. Geheimtipp: Toni Stockheims Skulpturen.

Kultur war in Bottrop nie so vordergründig präsent wie Bergbau und Industrie. Aber wer etwas hinter die Kulissen blickt, wird so manches entdecken, dass durchaus jenseits der Stadtgrenzen bekannt ist und den Ruf Bottrops nach außen trägt. So standen bei Stadtführer Holger Kröcher auf der dritten Lesertour, die die WAZ zusammen mit den Vestischen Verkehrsbetrieben durchführt, bekannte Namen wie August Everding oder Josef Albers im Mittelpunkt. Dafür lenkte Violetta Philippczyk den Bus auch schon mal virtuos durch kleine Nebenstraßen, einmal um den Rathausplatz und wendete selbstbewusst auf dem Vorplatz zum Museum Quadrat. Geht doch!

Das müssen sich auch die Bottroper gedacht haben, als 1976 der erste Museumstrakt wenige Monate nach dem Tod des großen Sohnes der Stadt für dessen Werk eröffnet wurde. Als der Bau 1983 noch einmal von Architekt Bernhard Küppers erweitert wurde, hatte man sich an den „großen Bahnhof“ für anreisende Prominenz ebenso gewöhnt, wie an die nun regelmäßig stattfinden Kunstausstellungen, die nicht nicht nur Josef Albers galten, sondern inzwischen zahlreichen Künstlern, für die Bottrop inzwischen auch ein Ort auf der kulturellen Landkarte geworden ist. „Davon zeugt nicht nur der Skulpturengarten im Park, dafür stehen auch die regelmäßigen Ankäufe von Werken der Künstler die hier eine Ausstellung hatten, aber auch von Josef Albers selbst“, so Holger Kröcher. Dabei vergisst er nicht, den Einfluss und die Verdienste der in den USA ansässigen Josef-und Annie-Albers-Stiftung zu erwähnen, denen das Haus im Stadtgarten viel verdankt. Und: „Ohne den Druck der Stiftung wäre es vielleicht noch nicht zur gerade stattfindenden Erweiterung des Museums für Wechselausstellungen gekommen, denn die Stiftung sah das Auf- und Abhängen der zentralen Albers-Sammlung für Sonderausstellungen immer kritischer“, sagt Kröcher.

Viele Teilnehmer dieser Kultur-Tour nicken. Gabriele Protzeck, seit 1977 WAZ-Abonnentin und mit etwas Glück schon häufiger bei den Touren dabei gewesen, ist sogar Mitglied im Museumsverein. Seit einiger Zeit auch im Förderverein der Kulturkirche Heilig Kreuz. Denn: „Was kulturell in vielen Facetten in Bottrop auf die Beine gestellt wird, sollte man wenn es irgendwie geht unterstützen“, so die Bottroperin, die Heilig Kreuz noch als funktionierenden Gottesdienstort gut in Erinnerung hat. „Nur damals durften man nicht auf die Empore, der Blick von oben lässt die Architektur noch einmal anders erscheinen“, so Kunstliebhaberin, die kürzlich erst im Guggenheim-Museum in Bilbao war und demnächst die Dependance des Louvre in Abu Dhabi in Augenschein nehmen wird.

Die Bottroper Skulpturen von Toni Stockheim sind immer noch ein Geheimtipp

Andere Tourteilnehmer sind das erste Mal in dem denkmalgeschützten Kirchenbau, dessen Idee und Raumkonzept Stadtarchivarin Heike Biskup, dieses Mal in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied des Fördervereins, vorstellt.

Auch Brigitte Grunitz betrachtet den spektakulären Kirchenraum und das große, kürzlich gereinigte Glasfenster von Georg Meistermann intensiv. Sie lebt seit elf Jahren in Bottrop und hat schon an einigen Touren von WAZ und Vestischer teilgenommen. „Auch, um Bottrop noch besser kennenzulernen.“ Denn es gibt immer noch viele Details, die selbst Alteingesessene wie das Ehepaar Hönscher noch nicht kennen. „Ich war heute das erste mal in Heilig Kreuz, obwohl ich so oft davon gelesen und gehört habe“, sagt Renate Hönscher. Die meisten kennen das rote Pferd des Bottroper Künstlers Johann Hinger. Aber die Skulpturen von Toni Stockheim, die der bekannte Kölner Bildhauer zum Beispiel für die Berufsschule schuf oder dessen Relief von Hans Böckler an der Ecke der nach dem Gewerkschafter benannten Straße und der Sterkrader Straße in der Innenstadt sind vielen weniger geläufig. Auch die bronzene Alexander von Humboldt-Büste im Stadtgarten stammte von Stockheim. Sie wurde vor einigen Jahren gestohlen und später durch eine nachempfundene Arbeit in anderem Material ersetzt.

Auch bei der Kulturtour kommt Bottroper Geschichte nicht zu kurz. Bei der Fahrt durch das Zentrum, vorbei an den historisierenden Fassaden am Altmarkt, zeigt Holger Kröcher eine Kopie des Telegramms, mit dem die Reichsregierung 1919 die Stadtwerdung bekannt gab. Da darf das heute historische und denkmalgeschützte Rathaus natürlich nicht fehlen.

Touren auch privat buchbar

Die Sommertouren für die Leser sind ein kostenloses Angebot, die die WAZ zusammen mit den Vestischen Verkehrsbetrieben anbietet.

Für die Leserinnen und Leser, die im Vorfeld aus vielen Einsendungen in der Redaktion ausgelost werden, sind die Touren mit Stadtführer Holger Kröcher kostenlos. Wer privat eine Tour mit Holger Kröcher buchen möchte, kann dies unter 0177/9160980 planen.

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