Kochen & Kabarett

Was kocht ein Bottroper Kabarettist? Nicht nur Currywurst!

Na, schnibbeln kann er doch - scheint Koch Sebastian Lindner (r.) zu denken, als er Benjamin Eisenberg zwischendurch über die Schulter blickt.

Na, schnibbeln kann er doch - scheint Koch Sebastian Lindner (r.) zu denken, als er Benjamin Eisenberg zwischendurch über die Schulter blickt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Benjamin Eisenberg und Koch Sebastian Lindner kochen auf Initiative der IG Marktviertel mit Lesern. So hat sich der Kabarettist am Herd gemacht.

Ein Kochevent der besonderen Art gab es jetzt auf Initiative der Interessengemeinschaft (IG) Marktviertel. Kabarettist Benjamin Eisenberg stand gemeinsam mit dem gelernten Koch Sebastian Lindner am Herd und bekochte dabei vier Bottroper WAZ-Abonnenten.

Ort des Geschehens: Küchenstudio Schröder auf der Essener Straße. Bevor es um 11 Uhr losging, hatten Eisenberg und Lindner alle Zutaten auf dem Wochenmarkt eingekauft. Vom Hokaido-Kürbis bis zum Basilikum: Alles sollte frisch sein. Und sogar das Öl war ein Bottroper Original. Das kam aus der Ruhrmühle, einer kleinen Manufaktur auf dem Eigen, an der Tannenstraße. Was am Ende auf den Tisch kommen sollte, war kein Geheimnis: Ratatouille und Currywurst oder, wie Benjamin Eisenberg es formulierte: „Heute gibt es Vollgesund und Ratatouille.“

Nachdem das obligatorische „Masken auf - Masken ab“-Thema gleich zu Anfang abgehandelt wurde, griffen Kochprofi und Profikabarettist zu Messer und Kochlöffel. Und schnell war klar: Dieses Mal lag die Regie nicht der Hand des Comedian, sondern des Küchenchefs. Aber Benjamin Eisenberg stellte erneut unter Beweis, dass er mehrere Talente gleichzeitig abrufen kann. Paprika schnibbeln und darüber sinnieren, was nun besser ist: Bio oder Regional, zum Beispiel.

Das regte auch die Gäste zu einem ersten Meinungsaustausch an. Der ökologische Fußabdruck kam ebenso zur Sprache wie die Notwendigkeit, den örtlichen Handel zu unterstützen - etwa durch Einkaufen in den Hofläden der Umgebung.

Ideale Voraussetzung zum Kochen

Unterdessen entfaltete die Ratatouille einen feinen Duft im Raum - und das regte zu mehr kulinarischen Geschichten an. Waltraud Dahl, Wahl-Bottroperin und selbst begeisterte Köchin, konnte ein israelisches Linsengericht empfehlen und Sebastian Lindner nahm das zum Anlass, einige interessante Koch- und Reisegeschichten zum Besten zu geben. In den acht Jahren seiner Tätigkeit als Koch hat er auch internationale Erfahrungen gesammelt. Und während er mit leichter Hand Gewürzmischungen in die Ratatouille sprenkelt, erzählt er von Erlebnissen mit einer Mietkochagentur in Australien und von Kocherfahrungen im Regenwald, ohne Kochmütze aber dafür mit Kopflampe wegen eines Stromausfalls.

Die Bedingungen vor Ort im Bottroper Küchenstudio sind dagegen natürlich ideal und fordern Koch und Gäste zu Fachsimpelei heraus. Da geht es um Garzeiten und Würztechniken, um die Vorteile einer eigenen Kräutergabione im Garten und um die Vor- und Nachteile von Induktionsherd oder Ceranfeldtechnik.

Vielleicht mal ein Backduell

Unterdessen hat die Ratatouille vor sich hin geköchelt und die Bratwurst ist im Backofen dem Currywurst-Stadium entgegen gegart. Alles ist also bereit für den ersten Gang. Gäste und Köche nehmen am Tisch Platz, man prostet sich mit einem Glas Weißwein zu, und nach den ersten Bissen fällt das Ergebnis einstimmig aus: Lecker! Oliver Schröder, Mitglied der IG Marktviertel und erster Gastgeber, freut sich über die gelungene Auftaktveranstaltung. Vielleicht gibt es ja bald ein zweites Angebot? Gaby Slominski, WAZ-Leserin und Teilnehmerin aus Welheim, bringt dafür schon eine weitere Idee ins Spiel: „Wie wäre es mal mit einem Backduell?“

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