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Warum brannte Hausmüll auf der Deponie Donnerberg?

Im Müllheizkraftwerk Karnap gab es eine Störung, die Probleme bei der Anlieferung des Hausmülls aus Bottrop zur Folge hatte. Foto:Kerstin Kokoska

Im Müllheizkraftwerk Karnap gab es eine Störung, die Probleme bei der Anlieferung des Hausmülls aus Bottrop zur Folge hatte. Foto:Kerstin Kokoska

Bottrop.   Eigentlich wird am Donnerberg kein Hausmüll zwischengelagert. Doch es gab eine Ausnahme. Ausgerechnet der im Notfall abgelegte Müll fing Feuer.

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Die Bottroper Entsorgung und Stadtreinigung (Best) hat die bei dem Feuer auf der Deponie am Donnerberg angebrannten Abfälle sicher gestellt. Mitarbeiter der Unteren Abfallbehörde werden diesen Müll untersuchen. Je nach Bewertung der Experten werden die Abfälle dann fachgerecht entsorgt. „Die Brandursache ist nicht bekannt“, teilte Best-Vorstand Carsten Sußmann der WAZ mit. Es seien aber weder Schäden für Personen noch Sachschäden entstanden, betonte der Best-Vorstand.

Das Feuer am Donnerberg war am 20. Dezember ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte es schnell unter Kontrolle. „Es handelte sich um einen kleinen Brandherd“, erklärte Sußmann. Zu dem Brand war es in einer Abfallbox im Bereich des Umschlags von Siedlungsabfällen gekommen.

Zur Verminderung des Gefahrenpotenzials

„Eine Selbstentzündung von Hausmüll kann nicht ausgeschlossen werden“, sagte der Best-Vorstand. „Zur Verminderung des Gefahrenpotenzials erfolgt im Regelfall ein zeitnahe Anlieferung zum MHKW Karnap“, betonte er. „Es erfolgt grundsätzlich keine Zwischenlagerung von Hausmüll am Standort Donnerberg“, erklärte Sußmann.

Allerdings hat es im Dezember offenbar Ausnahmen von dieser Regel gegeben. Denn im Karnaper Müllheizkraftwerk hatte es in der zweiten und dritten Dezemberwoche eine Störung „mit einer Anliefereinschränkung“ gegeben, berichtet der Best-Vorstand.

Best hat keine Obergrenze für Hausmüll

DKP-Ratsherr Michael Gerber wiederum weist in einer Anfrage an Oberbürgermeister Bernd Tischler darauf hin, dass wegen dieser Störung zeitweise Hausmüll auf der Deponie gelagert worden sei. „Auf der Deponie Donnerberg darf maximal 300 Tonnen Hausmüll zwischengelagert werden. Zum Zeitpunkt des Brandes wurden zirka 1000 Tonnen Hausmüll auf der Deponie gelagert“, behauptet Gerber und fragt nach, ob es schon Erkenntnisse darüber gebe, ob eine Selbstentzündung des Mülls oder Fremdeinwirkung die Ursache für das Feuer war.

Die Zahlen aus der Anfrage des DKP-Ratsherrn weist der Best-Vorstand zurück. „Sowohl die Mengenangabe von 1000 Megagramm Hausmüll als auch die erlaubte Zwischenlagermenge von 300 Megagramm sind falsch. Wir haben keine (Lager)-Obergrenze für Hausmüll, da dieser ja sonst zeitnah zum MHKW gefahren wird“, teilte Sußmann mit. (Ein Megramm ist eine Tonne).

Kunden merkten vom Vorfall kaum etwas

Das Abfallvolumen in der Box, in der das Feuer ausgebrochen war, betrug zirka 700 Kubikmeter, bezieht sich Sußmann auf den Feuerwehrbericht über den Brand auf der Deponie. Bei einer Dichte von 350 bis 500 Kilogramm je Kubikmeter würde man so auf ein Gewicht von 250 bis 350 Tonnen Müll in dieser Box kommen. Mit Ausnahme der sicher gestellten angebrannten Abfälle sei der restliche wegen der Störung abgelagerte Müll kurzfristig ins Kraftwerk nach Karnap gebracht worden. Da die Abfälle durch die Löscharbeiten ja nass wurden, erklärt der Best-Vorstand: „Aufgrund der kompletten Durchfeuchtung des Materials mussten wir natürlich ein deutlich höheres Gewicht abfahren“.

Auch wenn die Feuerwehr den Brand bei der Best schnell unter Kontrolle hatte, hatte der Einsatz noch bis zum nächsten Morgen gedauert. So musste der Müll in der Abfallbox umgeschichtet werden, und es waren auch weitere Arbeiten nötig, um Glutnester zu löschen. Die Kunden der Best merkten aber kaum etwas. „Zu keinem Zeitpunkt musste der Betrieb am Recyclinghof eingeschränkt werden“, versichert der Best-Vorstand.

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