Verbraucherberatung

Vorsicht vor Verträgen am Telefon

Die Leiterin der Bottroper Verbraucherberatung, Claudia Berger,  rät allen Verbrauchern, die sich geprellt fühlen: „Ruhe bewahren und zu uns kommen. Und zwar möglichst schnell.“

Die Leiterin der Bottroper Verbraucherberatung, Claudia Berger, rät allen Verbrauchern, die sich geprellt fühlen: „Ruhe bewahren und zu uns kommen. Und zwar möglichst schnell.“

Foto: Oliver Mengedoht

Bottrop.   Großteil der Arbeit der Verbraucherberatung behandelt Probleme, die durch unseriöse Abschlüsse am Fernsprecher oder an der Haustür entstehen.

Fast jeder dritte Ratsuchende, der sich an die Bottroper Verbraucherberatung wendet, hat ein Problem mit unseriösen Angeboten, die entweder über das Telefon kommen oder an der Haustür gemacht werden. Das geht aus dem Jahresbericht der Bottroper Beratungsstelle hervor, den ihre Leiterin Claudia Berger am Mittwoch vorstellte.

Bei insgesamt 6763 Anfragen bezogen sich allein 27 Prozent auf den Telefonbereich, gefolgt von Problemen aus den Bereichen Dienstleistung, Energie, Finanzen und Konsumgüter. „Über unseriöse Angebote entstehen unrechtmäßige oder fragwürdige Verträge“, sagt Claudia Berger. So könnten etwa unseriöse Firmen über die Nummer des Stromzählers einen Anbieterwechsel veranlassen, ohne die Erlaubnis dazu zu haben.

Überhöhte Rechnungen

Die Telekommunikation mit erhöhten Rechnungen oder Anbieterwechseln ist seit längerem ein beherrschendes Thema für den Verbraucherschutz. Wie Beraterin Doris Grzegorczyk feststellt, steigen inzwischen auch die Zahlen überhöhter Inkasso-Berechnungen an. Dabei landen Ausgangsrechnungen von fünf Euro mit Gebühren oft bei 135 Euro, und das sogar für Forderungen, die unberechtigt erhoben wurden. Immer wieder ein Ärgernis sind Ratenzahlungsvereinbarungen, die mit sehr hohen Gebühren belastet werden.

Probleme bereitet zunehmend der Datenmissbrauch. Da werden Bestellungen über Internet-Adressen abgewickelt, wobei die Lieferung an andere Adressen erfolgt und überraschte Bürger dann die Rechnungen serviert bekommen. „Das Internet ist wie der Wilde Westen“, stellt Claudia Berger fest.

Neue Masche

Aktuell warnen die Mitarbeiterinnen vor der neuen Masche der „Kreditkarten ohne Schufa“. Wer sich dabei Hoffnung auf einen Kredit macht, wird oft mit hohen Kosten konfrontiert. Die Experten raten davon ab, solche unseriösen Angebote anzunehmen. Schon gar nicht sollte vorab gezahlt werden.

Das Team der Verbraucherberatung empfiehlt allen Betroffenen: „Ruhe bewahren und zu uns kommen. Und zwar möglichst schnell.“ Die Anlaufstelle an der Horster Straße 6 sei bemüht, die Probleme frühzeitig in die Hand nehmen.

Hilfe für säumige Zahler

Die Bottroper Einrichtung hat mit Hendrik Franck einen neuen Mitarbeiter, der sich insbesondere um das Projekt „Energiearmut“ kümmert. Dabei wird Verbrauchern, die Probleme mit der Begleichung ihrer Energierechnung haben, in Kooperation mit dem örtlichen Energieversorger geholfen. Nach einer kostenlosen Überprüfung des Verbrauchs und der Geräte erhalten die Betroffenen eine Handlungsempfehlung.

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