Schule

Von der Schulbank ins Reporterleben

Die Nachwuchsreporter halten das fertige Blatt zum ersten Mal in den Händen und sind begeistert. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Die Nachwuchsreporter halten das fertige Blatt zum ersten Mal in den Händen und sind begeistert. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Foto: WAZ FotoPool

Bottrop.  Fünf- und Sechstklässler der Gustav-Heinemann-Realschule stellen die erste Ausgabe ihrer neuen Schülerzeitung vor. Ursprünglich wollten sie nur ein Fotoprojekt machen.

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Geplant war ein Fotoprojekt, am Ende wurde es eine ganze Zeitung: Stolz halten die jungen Reporter der Gustav-Heinemann-Realschule die erste, druckfrische Ausgabe der „GHR-Aktuell“ in den Händen. Auf die Beine gestellt hat die 15 Seiten umfassende Schülerzeitung eine neunköpfige Gruppe aus Fünft- und Sechstklässlern während ihrer offenen Ganztagsbetreuung. „Angefangen haben wir nach den Herbstferien“, berichtet Profi-Fotograf Volker Engel, der den Nachwuchsjournalisten tatkräftig zur Seite stand. „Wir haben alles gemacht, was auch bei einer normalen Zeitung anfällt“, ergänzt er, „von Recherche über Schreiben, Fotoauswahl bis hin zur Vermarktung.“ Die Schüler seien „mit riesigem Feuereifer“ bei der Sache gewesen, lobt er.

„Hat ja auch echt Spaß gemacht“, sagt Ian. Der Elfjährige hat einen Beitrag über bedrohte Tierarten geschrieben. „Fand ich irgendwie ganz gut, das Thema“, meint er. Reporter-Kollegin Aleyna interessiert sich hingegen mehr für Kreatives: „Von mir ist das Filzen“, verrät die Elfjährige und deutet auf einen Artikel mit buntem Foto, der erklärt, was Filz überhaupt ist und wozu man ihn verwenden kann. Wie lang sie für den Text gebraucht hat, weiß sie nicht mehr: „Hmm, keine Ahnung“, sagt sie und kratzt sich nachdenklich am Kopf, „aber ich habe ihn oben im Computerraum geschrieben.“

Auch Filmkritiken und Tipps für Musik, Bücher und Spiele finden sich in der „GHR-Aktuell“, außerdem allerhand Wissenswertes rund um die Stadt. Die Interviews, die bei den Fahrten zur Kulturwerkstatt und zur Autoschmiede Brabus entstanden sind, zeigen: Die Kunst des Interviews beherrschen die kleinen Reporter schon nahezu perfekt. „Man merkt den Artikeln natürlich an, dass sie von jüngeren Schülern verfasst wurden“, lächelt Engel. „Vermutlich interessieren sich die Zehntklässler nicht für alle Themen, die hier vorkommen.“

Für die nächste Ausgabe könne er sich ein offenes Projekt vorstellen, an dem sich auch ältere Schüler beteiligen, verrät er. Nach dem Sommerferien soll es losgehen, das Blatt könnte dann Ende des Jahres fertig sein. „Es wäre toll, wenn sich daraus eine feste Schülerzeitung ergibt“, bekräftigt Konrektorin Anke Kipker.

Doch aktuell steht eine andere Herausforderung an: 250 Exemplare wurden mit Unterstützung von Sparkasse, Kulturwerkstatt und Förderverein der Schule gedruckt. Für einen Euro sollen sie unter die Mitschüler gebracht werden. „Hoffentlich wollen alle eine Zeitung haben“, flüstert Aleyna. Falls nicht, wäre es auch nicht schlimm: Schließlich hat die Schule 674 mögliche Abnehmer in ihren Klassen.

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