Kultur

VHS Bottrop feiert 100. Geburtstag im Kulturzentrum

Das Bottroper Akkordeon Ensemble unter Leitung von Andreas Trenk gestaltete den Festakt der VHS musikalisch.

Das Bottroper Akkordeon Ensemble unter Leitung von Andreas Trenk gestaltete den Festakt der VHS musikalisch.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop .  Beim Festakt wurde die Leistung der Volkshochschule bei der Integration von Flüchtlingen hervorgehoben. Blitzbesuch von Benjamin Eisenberg.

Nach der Stadt und der Caritas reiht sich auch die Volkshochschule in den Club der Hundertjährigen ein. Mit einem Festakt im Konzertsaal des Kulturzentrums, dem ehemaligen Gymnasium, in dem alles 1919 begann, feierte die VHS am Freitag ihr Jubiläum.

Bürgermeister Klaus Strehl beleuchtete das Auf und Ab in der Geschichte der VHS, die inzwischen als fester Bestandteil des Stadtlebens einen wichtigen Beitrag zur Bildung leiste. Die Festrede hielt Prof. Dr. Ulrich Klemm, Präsident des sächsischen Volkshochschulverbandes: „Ein Blick zurück in die Zukunft, VHS in Zeiten der Transformation“. Klemm gab zu, das erste Mal in Bottrop zu sein, versprach aber, es solle nicht das letzte Mal sein.

„100 Jahre mittendrin“ - das trifft

Er sei stolz darauf, dass hier jemand aus dem Osten eingeladen worden sei, meist sei es ja andersherum. In seinem Vortrag hob er die VHS als „Marke“ mit gutem Ruf hervor, sie verknüpfe den Markenkern „Bildung für alle“ und „Wissen ist Macht“ mit der Idee der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Zur VHS gebe es keine Alternative, sie stehe für Vielfalt, Humanität und Weltoffenheit. Es gebe nur wenige Institutionen, die so nah am Bürger seien und sich an alle Bevölkerungsgruppen wenden, deshalb sei das Bottroper VHS-Jubiläums-Logo „100 Jahre mittendrin“ so treffend.

Klemm sprach auch den Akzeptanzverlust unserer Grundordnung an, der besonders in den neuen Bundesländern zu spüren sei, rechtspopulistische und -radikale Gesinnung gebe es vermehrt aus der Mitte der Gesellschaft heraus, Politiker wie Donald Trump seien eine große Bedrohung. Die VHS habe nicht nur deshalb eine besondere Bedeutung und einen Auftrag bei der politischen Bildung. Bildung bedeute Begegnung und „Wege zum Mitbürger“, man müsse viel mehr „untereinander reden“.

Integrationsarbeit

Insgesamt stehe die VHS in der Zukunft vor großen Herausforderungen: Klimawandel, demografische Entwicklung oder Spaltung der Gesellschaft seien nur einige davon. Besonders hob Klemm die Integrationsarbeit der VHS nach der Flüchtlingswelle hervor.

Uwe Dorow, Leiter der VHS Bottrop, sah neben der dem „klassischen“ Programm mit Sprachen und beruflicher Bildung, die Institution ebenfalls vor großen Herausforderungen, beispielsweise bei den Zukunftsthemen Digitalisierung und Integration.

Eisenberg macht Stippvisite

Auf eine Stippvisite schaute auch Benjamin Eisenberg herein, der bei der Revue „Katzengold“ zeitgleich auf der Bühne stand und die dortige Pause nutzte. Schließlich sei er wie Batman: „Wenn meine Stadt mich ruft, bin ich da.“ Er habe in der VHS italienisch gelernt und könne seine Pizza Tonno immer noch unfallfrei bestellen. Mit den Besuchern zog der Lokalmatador einen VHS-Schnellkurs durch: „Wie parodiere ich Angela Merkel.“ und verteilte großzügig Zertifikate.

Für den musikalischen Rahmen des Festaktes sorgte BotAkko, das Akkordeon-Orchester der Musikschule unter Leitung von Andreas Trenk. Georg Dybowski( Gitarre) und Gregorio Mangano(Trompete) begleiteten den gemütlichen Ausklang mit Getränken, Imbiss und Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und Erinnerungen.

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