Jugendfußball

VfB und VfL treten an zum ersten Derby unter Partnern

Das erste Derby des Jahres gab es bei der Hallenfußballstadtmeisterschaft in der Dieter-Renz-Halle.

Das erste Derby des Jahres gab es bei der Hallenfußballstadtmeisterschaft in der Dieter-Renz-Halle.

Foto: Thomas Gödde

Kirchhellen.   Die ersten Mannschaften spielen Freitag ab 19.30 Uhr an der Loewenfeldstraße das Derby aus. Die C-Jugendteams bilden bald eine Spielgemeinschaft.

Heute um 19.30 Uhr gilt es auf dem Kunstrasenplatz an der Loewenfeldstraße: Das Derby wird angepfiffen zwischen dem VfB Kirchhellen und dem VfL Grafenwald. Einerseits sind sie Lokalrivalen, andererseits schicken sie in der nächsten Saison zwei gemeinsame C-Jugend-Mannschaften aufs Feld. Ein Widerspruch? Im Gegenteil: Zukunftssicherung für das reizvolle Lokalderby.

Grafenwald geht der Nachwuchs aus

Sportbund-Boss Peter Scheidgen hat in den vergangenen Jahren immer wieder Alarm geschlagen: Grafenwald geht der Nachwuchs aus. Er sieht eine Ursache darin, dass die Stadt zu wenig tut, um junge Familien mit Kindern nach Grafenwald zu holen. Woran es auch liegen mag: „Der VfL wäre aus eigener Kraft nicht in der Lage, eine C-Jugendmannschaft aufzustellen“, sagt VfL-Jugendleiter Michael Zolna. Der VfB dagegen findet kaum noch Trainingsmöglichkeiten für seine vielen Jugendmannschaften, sagt VfB-Jugendleiter Martin Kohlhaw und zählt auf: vier F-Jugendteams, jeweils drei in der E- und in der D-Jugend. „Wir haben unheimlich viele Kinder, aber kaum noch freie Trainingszeiten.“

Auf der anderen Seite verfolgte VfB-Boss Georg Garz mit Sorge, wie dem VfL der Nachwuchs fehlt. Martin Kohlhaw sagt es so: „Dem VfB ist nicht daran gelegen, dass der VfL weiter ausblutet. Wir wollen den Reiz des Nachbarschaftsduells für die Zukunft erhalten.“ Und der VfL hat etwas, das der VfB braucht, sagt Zolna: „Der VfB hat die Kinder, wir haben den Platz.“

Mehr als 40 Kinder

Also haben die beiden Vereine im Dezember beschlossen: Lasst uns eine Jugendspielgemeinschaft bilden. Inzwischen ist klar, wie das Kind heißen soll: „Jugendspielgemeinschaft Kirchhellen-Grafenwald“. Das Interesse bei Kindern und Eltern ist groß. Nach dem ersten gemeinsamen Treffen rechnen die beiden Jugendleiter mit mehr als 40 Spielern. Zwei gemeinsame Mannschaften werden die Vereine deshalb für die neuen Saison melden. Ein wichtiges Signal. Je ein Trainer vom VfB und vom VfL betreuen die Teams. Das erste gemeinsame Trainin soll noch am Mai stattfinden, anschließend wird am Sensenfeld gegrillt.

Für Kinder ist die Rivalität kein Problem

Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen, haben die beiden Jugendleiter festgestellt, stört die angehenden JSG-Spieler nicht. Kohlhaw: „Kinder haben da nicht die Vorbehalte wie manche Erwachsene.“ Und die Eltern hat er mit einem einfachen Argument überzeugt. „Ohne diese Kooperation müssten wir 15 bis 20 Kindern sagen: Ihr könnt nächste Saison nicht bei uns spielen.“

Die knifflige Frage der Vereinsfarben wollen beide Jugendleiter elegant umdribbeln. Neutrale Trikotsätze ohne Vereinsnamen wollen sie anschaffen. Wenn das Projekt läuft, sagt Zolna, soll es weitere gemeinsame Teams geben.

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