Bienen-Ernte

Vestische verkauft ihren hauseigenen Honig in Bottrop

Eine pfiffige Bezeichnung fand man bei dem Nahverkehrsunternehmen „Vestische Straßenbahnen GmbH“ für den Honig der Bienen auf dem eigenen Betriebsgelände.

Eine pfiffige Bezeichnung fand man bei dem Nahverkehrsunternehmen „Vestische Straßenbahnen GmbH“ für den Honig der Bienen auf dem eigenen Betriebsgelände.

Foto: Vestische

Bottrop / Herten.  Auf seinem Betriebsgelände lässt das Nahverkehrsunternehmen Bienen ausschwärmen. Ein Imker holte jetzt die Ernte auch für Bottroper ein.

Fast eine halbe Million Bienen summen auf dem Hertener Betriebsgelände der Vestischen. Den Honig bietet das Nahverkehrsunternehmen, deren Bussen in Bottrop unterwegs sind, jetzt erstmals in seinem Kunden-Center am Berliner Platz an. „Vestmahl“ steht auf den Etiketten, die der Imker Christian Kolbe einzeln auf Hunderte 250-Gramm-Gläser geklebt hat.

Ein ruhiges Händchen gehört für den Imker zur Kernkompetenz. Beim Abfüllen des Honigs achtet er penibel darauf, dass jedes Glas bis zur Markierung vollläuft. Die Ruhe und die Fähigkeit, sich über Stunden einem solch scheinbar monotonen Vorgang zu widmen, hat sich Kolbe in den vergangenen sieben Jahren antrainiert. Die Imkerei ist für ihn ein Ausgleich zum Arbeitsalltag als Pflegedienstleiter. „Bei den Bienen komme ich von der Hektik runter“, erzählt Kolbe.

400 Kilo feinster Blütenhonig, abgefüllt in Hunderte von Gläschen

Seit 2018 leben die neun Völker mit je rund 50.000 Bienen bei der Vestischen. Die Grünflächen auf dem Betriebsgelände sowie die angrenzenden Gärten und Parks samt großer Streuobstwiese bieten ihnen ein erstklassiges Nahrungsangebot. „Der Aktionsradius von Honigbienen beträgt rund anderthalb Kilometer“, erklärt Kolbe. „Pro Tag unternimmt eine Sammelbiene etwa zehn Ausflüge. Daraus ergibt sich eine Tagesleistung von 200.000 besuchten Blüten je Bienenvolk und damit ein enorm wichtiger Beitrag für unser Ökosystem.“ Honigbienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren für die Menschheit. Auf der Suche nach Nektar transportieren sie Pollen von Blüte zu Blüte und sorgen so für die Befruchtung von Pflanzen.

Anfang September holte Kolbe die Waben vom Betriebsgelände der Vestischen ab, um sie in die Zentrifuge zu stecken. Die Drehkräfte schleudern den Honig aus den Zellen. Dazu muss dieser gut temperiert und noch leicht flüssig sein. Eine sensible Prozedur – mit ebenso süßem wie ergiebigem Ertrag: rund 400 Kilogramm feinster Blütenhonig, den die Vestische ab sofort zum Preis von 2,50 Euro pro 250-Gramm-Glas in ihren Kunden-Centern anbietet.

Zusammenarbeit begann vor zwei Jahren

Zur Freude von Vestische-Geschäftsführer Martin Schmidt: „Honig ist natürliches und nachhaltiges Erzeugnis, das hervorragend zur Vestischen passt. Genau wie die Zusammenarbeit mit einem lokalen Unternehmen.“ Er hatte die Kooperation mit Christian Kolbe vor rund zwei Jahren begleitet und das Aufstellen der Bienenstöcke später gemeinsam mit seinem damals dreijährigen Enkel verfolgt. Kein Wunder, dass eines der ersten Honiggläser den Weg auf den Frühstückstisch im Hause Schmidt gefunden hat.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben