Existenzgründung

Unternehmerinnenbrief NRW motiviert Bottroper Gründerin

Vera Sadowski hat für ihr Gründungskonzept den Unternehmerinnenbrief NRW erhalten.

Vera Sadowski hat für ihr Gründungskonzept den Unternehmerinnenbrief NRW erhalten.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Vera Sadowskis Thema ist die Prävention sexualisierter Gewalt. In diesem Bereich gibt sie Schulungen und entwickelt Schutzkonzepte.

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Dass die Idee gut ist, mit der sich Vera Sadowski (32) selbstständig machte, daran hatte sie keinerlei Zweifel. Ihr Thema ist die Prävention sexualisierter Gewalt; für Institutionen und Unternehmen bietet sie Schulungen und die Erstellung von Schutzkonzepten an. Dass sie mit dieser Idee samt Wirtschaftsplan auch eine Jury überzeugen konnte und daraufhin den Unternehmerinnenbrief NRW erhielt, ist für sie Beruhigung und Motivationsschub zugleich. „Der Brief bestätigt mich in dem, was ich tue“, sagt sie.

Fünf Jahre Arbeit in einem Verband

Schließlich ist es ja auch wichtig, von seiner Gründungsidee leben zu können. Und in alles, was mit Betriebswirtschaftslehre zu tun hat, muss Vera Sadowski sich noch weiter reinfuchsen.

Denn bisher war sie angestellte pädagogische Referentin, Fachkraft für strukturelle Prävention. „Ich habe fünf Jahre für einen katholischen Kinder- und Jugendverband gearbeitet“, erzählt die Bottroperin. „Dort war ich unter anderem für den Bereich Prävention sexualisierter Gewalt verantwortlich und dafür, das Thema in den Strukturen des Verbandes zu verankern.“ Als ihr Vertrag nach fünf Jahren auslief spürte sie: „Ich bin mit dem Thema noch nicht fertig. Ich glaube, da gibt es einen großen Bedarf.“

Seit April selbstständig

Also wagte sie zum 1. April den Sprung in die Selbstständigkeit. Zwei Zielgruppen hat sie mit ihrem Angebot „Sicher(l)ich“: Zunächst sind das Institutionen wie Schulen oder Kitas, Kinder- und Jugendverbände oder Sportvereine; hier geht es um die Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder- und Jugendliche. Buchen können die Institutionen, Vereine oder Verbände Vera Sadowski etwa für Präventionsschulungen. „Ich schule Mitarbeitende und Ehrenamtlichen. Zunächst geht es mir da um eine Erstsensibilisierung.“

Grenzen erkennen

Das bedeutet: Einen Blick zu haben für die Grenzen der Kinder und Jugendlichen, die sich ja wohlfühlen sollen. Verantwortung dafür zu übernehmen, diese Grenzen zu schützen. „Das geht schon vor strafrechtlich relevanten Dingen los.“ Rechtliche Grundlagen und Leitfäden für eine Intervention, sollte doch etwas passiert sein, gehören zur Schulung dazu. Und sie versucht deutlich zu machen: „Es muss eine offene Gesprächskultur geben. Wer sich anvertrauen will darf keine Angst haben, dass er nicht ernst genommen wird.“

Institutionen und Verbände unterstützt sie auch bei der Entwicklung von Schutzkonzepten. Dazu gehören u.a. Risikoanalyse, Entwicklung eines Verhaltenskodexes, Erstellung eines Interventionsleitfadens, Einrichtung eines Beschwerdemanagements.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Zweite Zielgruppe sind Unternehmen oder auch öffentliche Arbeitgeber. In diesen Schulungen zum Schutz der Mitarbeitenden gegen sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz möchte die Expertin dafür sensibilisieren: Was kann sexuelle Belästigung alles sein? Nicht jedes Fehlverhalten müsse gleich arbeits- oder strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Aber: „Jeder muss sich am Arbeitsplatz wohl und sicher fühlen und das Gefühl haben, es auch sagen zu können, wenn ihm etwas unangenehm ist.“ Das ist ihr erster Ansatzpunkt.

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