Radschnellweg in Bottrop

Unternehmer sagen Nein zur Rad-Trasse über Gladbecker Straße

Eva und Klaus Wilhelm Beyhoff sowie auch Christian Scholz und Ferdinand Luckhardt (v.l.) sprechen sich dafür aus, den geplanten Radschnellweg über die RAG-Trasse zu führen.

Eva und Klaus Wilhelm Beyhoff sowie auch Christian Scholz und Ferdinand Luckhardt (v.l.) sprechen sich dafür aus, den geplanten Radschnellweg über die RAG-Trasse zu führen.

Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   Gewerbetreibende an der Gladbecker Straße in Bottrop lehnen Pläne des RVR ab. Sie fordern, den Radschnellweg über die RAG-Trassen zu führen.

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„Es steht vollkommen außer Frage, dass der Radverkehr gefördert werden muss“, versichert Klaus Wilhelm Beyhoff, Chef des gleichnamigen Möbelhauses. Vehement spricht er sich allerdings dagegen aus, den vom RVR zwischen Gladbeck und Essen geplanten Radschnellweg über eine Trasse auf der Gladbecker Straße zu führen. In seiner Ablehnung ist er sich einig mit vielen Gewerbetreibenden von der Gladbecker Straße. Die Geschäftsleute unterstützen damit die Forderung von Verwaltung und Politik, den Radschnellweg über die RAG-Trasse laufen zu lassen.

Dafür hatte sich in dieser Woche auch der Bau- und Verkehrsausschuss ausgesprochen, nachdem der RVR-Gutachter seine Analyse vorgestellt hatte. Danach schneidet die Gladbecker Straße im Kosten-Nutzen-Vergleich deutlich besser als die RAG-Trasse ab. Das allerdings können die Geschäftsfleute nicht nachvollziehen. Offenbar seien viele Faktoren in die Überlegungen nicht einbezogen worden.

Probleme bei der Anlieferung

„Wir können uns nicht vorstellen, wie der Einzelhandel künftig weiter gefahrlos beliefert werden kann“, sagt etwa Christian Scholz von BMW Felix, Nachbar von Möbel Beyhoff. Zum Entladen müssten viele Fahrzeuge am rechten Fahrbahnrand halten, weil sie nicht aufs Firmengelände kommen. Dort aber soll künftig der Radweg verlaufen, wenn die Pläne des Regionalverband Ruhr (RVR) umgesetzt werden.

Auch Eva Beyhoff-Weitenhöfer, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Vater führt, weist auf die Gefahren des Lieferverkehrs hin. Einbiegende und abfahrende Laster gerieten unweigerlich in die zweite Spur, über die künftig aber der Gegenverkehr rollen würde. Ein von den Geschäftsleuten gedrehtes Video verdeutlicht die Problematik.

Sorgen um die Zukunft der Unternehmen

Und die ändere sich auch nicht im weiteren Verlauf der Gladbecker Straße. Ferdinand Luckhardt von Küchenwelten Luckhardt und Rüdel erinnert sich an die Baustelle vor seinem Haus mit zweispuriger Verkehrsführung: „Das war höchst unerfreulich. Da gab es viele Beinahe-Unfälle.“

Neben den großen Geschäftshäusern gibt es viele kleine Einzelhändler entlang der Straße, die sich dem Protest angeschlossen haben. Alle sorgen sich um ihre Zukunft, wenn sie für Lieferanten und Kunden schlechter erreichbar seien. „Wo sollen die Kunden parken, wenn sie nur mal schnell zum Bäcker wollen oder zur Post“, fragt sich Klaus Wilhelm Beyhoff.

Und er vermutet zudem, dass den meisten Anwohnern der Gladbecker Straße die Parkproblematik noch gar nicht bewusst sei.

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