Jugendfeuerwehr

Übung macht auch hier den Meister

Carolin und Tim an der C-Rohr Spritze am Heidesee in grafenwald: Sie machten mit zahlreichen anderen Jugendlichen mit beim Übungswochenende der Jugendfeuerwehr zusammwn mit der Berufsfeuerwehr.

Foto: Heinrich Jung

Carolin und Tim an der C-Rohr Spritze am Heidesee in grafenwald: Sie machten mit zahlreichen anderen Jugendlichen mit beim Übungswochenende der Jugendfeuerwehr zusammwn mit der Berufsfeuerwehr. Foto: Heinrich Jung

Bottrop.  Die Jugendfeuerwehr erlebt am Wochenende mit fiktiven Einsätzen die verschiedenen Aufgaben der Berufsfeuerwehr und deren Einsatzbereiche.

Die Leitstelle am Heidesee hat sehr gute Neuigkeiten zu verkünden. „Feuer aus“, sagt eine Stimme aus dem Funkgerät. Die Gruppe Fuhlenbrock der Jugendfeuerwehr Bottrop hat ihren ersten Übungseinsatz am Samstag mit Bravour gemeistert. 24 Stunden lang lernen die Jugendlichen in Grafenwald den Alltag der Berufsfeuerwehr in allen Facetten kennen.

Wichtig ist der Umgang am Gerät

Die jungen Einsatzkräfte wissen nicht, was sie bis Sonntagmorgen alles erwarten wird. Am Samstag geht um kurz vor 11 Uhr die erste Meldung ein: Verdächtiger Rauch am Heidesee. Unverzüglich rücken sie vom Feuerwehrhaus am Heimersfeld mit einem Kleinlöschfahrzeug und einem Löschgruppenfahrzeug aus zum Einsatzort. Mit dabei sind erfahrene Kollegen von der Berufsfeuerwehr.

Am Heidesee angekommen geht es Schlag auf Schlag. Eigenhändig lassen die Jugendlichen einen Saugkorb in den See hinab. Mit einem Schlauch und einer mobilen Tragkraftspritze wird das Wasser angesaugt. Jeder im Team hat eine zugeordnete Aufgabe. „Wichtig ist, dass die Abläufe untereinander stimmen“, sagt Patrick Engemann.

Der Brandmeister ist bei dieser Übung auch Zugführer. Während der Übung passieren Spaziergänger und Radfahrer den Einsatzort. Manche von ihnen bleiben spontan stehen und beobachten das bunte Treiben.

Spektakuläres Schauspiel am See

So ein spektakuläres Schauspiel gibt es an einem Wochenende am idyllischen Heidesee nicht oft zu bestaunen. Die 15 Jungen und Mädchen von der Jugendfeuerwehr sind mit ihren orangefarbenen Helmen und blau-orangenen Westen dabei ohnehin nicht zu übersehen.

In Zweiertrupps halten sie routiniert die dicken und schweren Wasserschläuche inklusive Strahlrohr und beginnen zu löschen. Aber was löschen sie eigentlich? Weit und breit ist kein offenes Feuer zu sehen. Ihre Augen und den Wasserstrahl richten sie auf Gegenstände, die mehrere Meter vom Ufer entfernt in den Sträuchern hängen.

„Wir simulieren bei dieser Übung einen fiktiven Waldbrand“, sagt Berufsfeuerwehrmann Fabian Ladzinski. „Deshalb haben wir Flammen auf mehrere Papierblätter gemalt und diese in die Büsche und Sträucher gehängt.“

Es geht auch um Personenrettung

Nach etwa einer Stunde ist der Einsatz in der Kirchheller Heide erfolgreich beendet. Aber es wird nicht der letzte eines langen Tages sein. „Es gibt zum Beispiel noch einen Werkstattbrand mit Personenrettung“, erklärt Ladzinski. Anstatt realen Personen kommen dabei Strohpuppen zum Einsatz, die von den Teilnehmern aus einem Haus mit einer Drehleiter in Sicherheit gebracht werden müssen.

Außerdem dürfen die Jugendlichen später noch eine 15 Meter lange Ölspur mit Bindemittel beseitigen. Und eine Brandmeldeanlage wird als kleine praktische Übungseinheit ebenfalls ausgelöst. Anschließend wird es noch einen Fehlalarm geben. Denn auch solche Momente gehören zum Alltag nicht nur bei der Bottroper der Berufsfeuerwehr.

Wer hart arbeitet, hat sich am Abend auch eine kleine Verschnaufphase verdient. „Wir werden grillen. Denn trotz der ganzen Übungen steht der Spaß im Vordergrund“, sagt Fabian Ladzinski.

Ob der Tag auch im nächsten Jahr so wieder stattfinden kann, steht bislang noch nicht fest.

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