Kriminalität

Überfall nach Wagenknecht-Kundgebung: Staatsschutz ermittelt

Nach der Linken-Kundgebung mit Sahra Wagenknecht am Mittwochabend wurde in Welheim ein Besucher der Veranstaltung überfallen.

Nach der Linken-Kundgebung mit Sahra Wagenknecht am Mittwochabend wurde in Welheim ein Besucher der Veranstaltung überfallen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop .  Ein Teilnehmer der Kundgebung mit Sahra Wagenknecht ist angegriffen worden. Politisch motiviert, sagen die Linken. Der Staatsschutz ermittelt.

Nach einem Raubüberfall auf einen 27-Jährigen aus Bottrop sucht die Polizei Zeugen. Der 27-Jährige war am Mittwochabend gegen 20.10 Uhr auf dem Heimweg von der Linken-Wahlkampfkundgebung mit Sahra Wagenknecht auf dem Berliner Platz angegriffen worden.

In einem Skaterpark an der Welheimer Straße wurde er von zwei unbekannten maskierten Tätern geschlagen. Die Männer nahmen dem 27-Jährigen den Turnbeutel weg, in dem sich nach Angaben der Linken auch eine Fahne der „Antifaschistischen Aktion“ befand. Bei der Attacke sollen die Angreifer den Bottroper mit Begriffen wie „Scheiß-Antifa“ beschimpft haben. Anschließend flüchteten die Täter zu Fuß in Richtung Kiosk auf der Welheimer Straße. Der Bottroper wurde durch den Angriff leicht verletzt. Er kam zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus

Spürhund fand geraubten Turnbeutel

Die Polizei setzte zur Fahndung auch einen Spürhund ein. Diensthund „Harry“ konnte den Turnbeutel in einem Gebüsch finden. Die Fahne war verschwunden. Der Staatsschutz ist eingeschaltet, weil die Polizei einen politischen Hintergrund des Angriffs nicht ausschließen kann.

„Dieser Angriff war eindeutig politisch motiviert“, meint Günter Blocks, Oberbürgermeisterkandidat der Linken. „Vielleicht war es Zufall, dass sich die Täter einen Kundgebungsteilnehmer vorgeknöpft haben, aber sie hatten es offensichtlich auf jemanden aus dem linken Spektrum abgesehen.“ Dies zeige nach dem Amok-Attacke eines Autofahrers auf dem Berliner Platz in der Neujahrsnacht 2019 erneut auf, wie gefährlich rechtsradikales Gedankengut in der Gesellschaft sei, so Blocks. „Wir müssen rechtsradikale Vereinigungen endlich konsequent bekämpfen und die Menschen in der Stadt über deren teils gut versteckte Strukturen aufklären. Auf das ‚Bündnis Buntes Bottrop‘ wartet also noch viel Arbeit.“

Appell an die CDU

In diesem Zusammenhang appelliert Blocks an die Bottroper CDU, sich dem Bündnis gegen Rechts anzuschließen. Deren Veranstaltung mit Gesundheitsminister Jens Spahn Ende August an der Gambrinusbühne war von einer Gruppe mit Trillerpfeifen und Sprechchören massiv gestört worden. Nach Angaben der Linken bestand die Gruppe „zum Teil aus rechtsradikalen Organisationen wie ,GermanDefence24’“.

Die beiden Täter wurden wie folgt beschrieben: Einer ist etwa 20 Jahre alt, ca. 1,70 bis 1,75 Meter groß, trug schwarze Kleidung und schwarze Vermummung. Der zweite Mann war etwa 1,70 Meter groß, dunkel bekleidet mit Jogginghose und maskiert.

Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zu den Tatverdächtigen geben können: 0800/2361 111.

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