Sicherheit

Teams der Vestischen sorgen für mehr Sicherheit im Bus

Dennis Niewa (31) und Mohammed Dahchour (46) – hier mit Busfahrer Daniel Pospiech (32) – sorgen in den Bussen für mehr Sicherheit.

Dennis Niewa (31) und Mohammed Dahchour (46) – hier mit Busfahrer Daniel Pospiech (32) – sorgen in den Bussen für mehr Sicherheit.

Foto: Markus Geling

Herten / Bottrop.   Die Vestische setzt für die nächsten zwei Jahre ein Präventionsteam ein. Es gibt bereits erste positive Reaktionen auf diesen Versuch.

Eine Frau fühlt sich belästigt und bittet den Busfahrer um Hilfe. Oder: Angetrunkene Fahrgäste suchen Streit mit Mitreisenden. Das sind Fälle, in denen das Fahrpersonal der Vestischen noch nicht unbedingt die Polizei rufen muss, in denen aber Sicherheitskräfte des Nahverkehrsunternehmens durchaus für Ruhe sorgen können, bevor die Sache eskaliert. Anlässe zum Einschreiten hat es bereits mehrfach gegeben.

Seit Anfang Dezember 2018 sind sogenannte Präventionsteams der Vestischen auf den Linien im Kreis Recklinghausen und in Bottrop unterwegs. Sie fahren in den Bussen mit, können im Ernstfall aber auch schnell mit einem Pkw, der immer in der Nähe bleibt, von einem Ort zum anderen gebracht werden. Zwei Jahre will die Vestische dieses vom Land geförderte Modell testen.

Vestische fragt nach Rückmeldungen der Fahrgäste

Fahrgäste können dem Unternehmen mithilfe eines Online-Fragebogens auf der Homepage mitteilen, wie ihre Erfahrungen sind. Mehr als 200 Rückmeldungen seien bereits eingegangen, heißt es. Wissenschaftlich ausgewertet werden die Erkenntnisse dann vom Europäischen Zentrum für Kriminalprävention.

Die Reaktionen der Fahrgäste seien auf jeden Fall schon mal positiv, sagt Holger Becker, Betriebsdirektor der Vestischen. Die Kunden, aber auch die Fahrer fühlten sich einfach sicherer, wenn die Security an Bord sei.

Die drei Präventionsteams, bestehend aus zwei Sicherheitsexperten und einem Pkw-Fahrer, sind in der Regel am Wochenende und vor Feiertagen in den Abend- und Nachtstunden aktiv. Ihre vordringliche Aufgabe ist es, Präsenz zu zeigen, aufkommenden Ärger im Keim zu ersticken, bei Bedarf auch Fahrscheine zu kontrollieren. In neun Fällen funkte die Leitstelle SOS, wurden die Teams zu einem anderen Einsatzort beordert, wo der Busfahrer dringend Unterstützung benötigte. Sieben Mal musste darüber hinaus die Polizei alarmiert werden.

Auch an Werktagen unterwegs

Drei Sicherheitsteams im weiten Streckennetz der Vestischen – kann mit dieser Personalstärke überhaupt eine angemessene Präsenz sichergestellt werden? Betriebsdirektor Holger Becker sieht sein Unternehmen mit dieser Besetzung ganz gut aufgestellt. Die Einsätze erfolgten schließlich im ausgedünnten Spätverkehrsnetz und auf den Nachtexpress-Linien. „An einem durchschnittlichen Tag sind nach 22 Uhr noch rund 2000 Fahrgäste unterwegs.“

Mittlerweile hat die Vestische damit begonnen, ihre Security auch an normalen Wochentagen abends auf den Weg zu schicken.

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