Corona und Solidarität

Steigende Corona-Zahlen: Kirchhellen-Hilfe steht bereit

Eine Groß-Aktion der Kirchhellen-Hilfe gab es im April: Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (li.) und Dominik Nowak überreichten rund 200 von vielen Helfern genähte Masken an Magdalene Witt vom Caritas-Seniorenzentrum.

Eine Groß-Aktion der Kirchhellen-Hilfe gab es im April: Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (li.) und Dominik Nowak überreichten rund 200 von vielen Helfern genähte Masken an Magdalene Witt vom Caritas-Seniorenzentrum.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop-Kirchhellen.  Bei künftigen Einsätzen können die per Kirchhellen-Hilfe vernetzten Ehrenamtlichen vielleicht ein Lastenrad nutzen. Noch ist die Lage aber ruhig.

Steigende Infektionszahlen, erste Hamsterkäufe von Klopapier: Die Kirchhellen-Hilfe macht sich darauf gefasst, bald wieder stärker gefragt zu sein. „Im Moment ist es noch relativ ruhig“, sagt Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder, Initiator der Vernetzungsplattform im Dorf. „Aber unsere Nummern sind alle geschaltet, wir könnten die Arbeit sofort wieder aufnehmen und sind bei Bedarf greifbar.“

Kirchhellen-Hilfe kann auch von Menschen in Quarantäne genutzt genommen werden

Das bestätigt Dominik Nowak. „Wir sind weiterhin bereit, Dinge zu organisieren.“ Zwar gebe es derzeit keine Anfragen von Menschen aus Risikogruppen nach Einkaufshilfen oder anderer Unterstützung. Doch das kann sich ändern. „Heute gibt es einen neuen Rekord der Sieben-Tage-Inzidenz“, sagte Nowak Donnerstagmorgen mit Blick auf den vom RKI gemeldeten Wert von 53,6. Es könne etwa auch dazu kommen, dass einzelne in Quarantäne müssen. Auch in solchen Situationen mag Hilfe nötig sein, zum Beispiel, um Besorgungen zu machen oder Botengänge zu übernehmen.

Dabei könnte künftig vielleicht ein Lastenrad zum Einsatz kommen, berichtet Dominik Nowak. Die Anschaffung eines solchen hat er jedenfalls als Vorschlag bei der Ehrenamtagentur eingereicht. „Dort gibt es einen Corona-Hilfefonds für ehrenamtliche Unterstützer“, sagt Nowak. Insgesamt stehen, vom Land NRW bereit gestellt, 15.000 Euro für gute Ideen in der Corona-Krise zur Verfügung. Die Entscheidung über das Lastenrad – E-Varianten würden übrigens vom Land zusätzlich bezuschusst – stehe aber noch aus.

35 ehrenamtliche Helfer sind auf der Vernetzungsplattform registriert

35 Menschen aus Kirchhellen-Mitte, Feldhausen und Grafenwald sind seit der Gründung bei der Kirchhellen-Hilfe registriert, die bei Bedarf Hilfseinsätze übernehmen könnten. „Im März/April während des Lockdowns waren alle wie in Schockstarre“, erinnert sich Nowak. Viele Anfragen von Menschen aus Risikogruppen hätte es zu dem Zeitpunkt gegeben. „Wir haben dann auch auf die Lieferdienste vor Ort verwiesen“, berichtet Nowak, viele Leute würden sich mittlerweile darüber entsprechend versorgen.

Die Solidarität unter den Kirchhellenern ist da, betont der Bezirksbürgermeister

„Gerade die, die digital weniger affin sind, sind froh, wenn sie übers Festnetz telefonieren können und Auskunft erhalten“, sagt Nowak mit Blick auf die ältere Generation, die zum Beispiel auch seltener Online-Bestellungen oder -Zahlungsmöglichkeiten nutze. „Zudem gibt es manchmal Dinge, die per Lieferung nicht angeboten werden.“ Etwa die eine Glühbirne, die gerade versagt habe.

Viel an gegenseitiger Hilfe passiere auch in den unmittelbaren Nachbarschaften. „Die Solidarität unter den Kirchhellenern ist da und abrufbar“, ist sich Ludger Schnieder sicher. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch durch diese Phase der Corona-Krise vernünftig durchkommen werden.“

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