Stadtteil-Check

So bewerten die Bottroper die Freizeitangebote im Stadtteil

Feldhausen mit Schloss Beck, hier im Bild, aber auch dem Movie Park wurde von den Teilnehmern des Stadtteilchecks mit Blick auf die Freizeitangebote am besten bewertet.

Feldhausen mit Schloss Beck, hier im Bild, aber auch dem Movie Park wurde von den Teilnehmern des Stadtteilchecks mit Blick auf die Freizeitangebote am besten bewertet.

Foto: Hans Blossey

Bottrop.  Beim Stadtteilcheck waren die Bottroper aufgerufen, Freizeitangebote vor ihrer Tür zu bewerten. Ein Stadtteil schnitt überraschend schlecht ab.

Schloss Beck und der Movie Park sind derzeit coronabedingt zwar noch geschlossen und planen in den nächsten Tagen zu öffnen, doch ansonsten scheinen die beiden Parks auch eine große Anziehungskraft auf die Feldhausener auszuüben. So lässt sich zumindest ein Ergebnis des Stadtteilchecks Bottrop deuten. Darin hatte die WAZ die Teilnehmer auch gebeten, die Freizeitangebote in ihrem Stadtteil zu bewerten. Vorne liegt in der Frage dann auch Feldhausen.

Die Feldhausener bewerten das Freizeitangebot in ihrem Stadtteil am besten, und zwar mit der Note 2,19. Zum Vergleich, die Durchschnittsnote für die gesamte Stadt liegt bei 3,31. Auch Kirchhellen (2,28), Grafenwald (2,48), Vonderort (2,81) und Fuhlenbrock (2,99) schneiden bei der Befragung noch vergleichsweise gut ab.

Schlusslicht bei dieser Befragung in Bottrop ist die Welheimer Mark

Klar, Angebote wie sie die großen Freizeitparks im Norden der Stadt machen, gibt es in diesen Stadtteilen nicht. Aber womöglich werden ja auch der Revierpark in Vonderort, die Halde Haniel im Fuhlenbrock oder die Kirchheller Heide und der Heidesee als attraktive Freizeitangebote vor der Haustür wahrgenommen und mit der entsprechenden Bewertung im Stadtteilcheck honoriert.

Schlusslicht bei dieser Befragung ist die Welheimer Mark. Für die Freizeitangebote im Stadtteil vergaben die Bewohner lediglich die Note 4,65. Nicht viel besser: die Boy (4,11). Aber auch Ebel (4,06), Welheim (4,04), die Lehmkuhle (4,03) wurden von den Bewohnern gerade einmal mit ausreichend bewertet.

Batenbrock mit Alpincenter und Grusellabyrinth liegt im hinteren Mittelfeld

Die übrigen Stadtteile sortieren sich dann im Mittelfeld ein. Was jedoch auffällt: Batenbrock, ein Stadtteil, in dem mit Grusellabyrinth, Alpincenter und Indoor-Skydiving ja auch große kommerzielle Anbieter der Freizeitbranche sitzen, sortiert sich lediglich im hinteren Mittelfeld ein.

Und auch Stadtmitte wird von den Teilnehmern des Stadtteilchecks durchschnittlich bewertet. Mit der Gesamtnote 3,3 liegt dieser Stadtteil fast punktgenau im Schnitt der Gesamtstadt. Dabei gibt es doch eigentlich hier zumindest eine Vielzahl von Freizeitangeboten. Denn auch die kulturellen Einrichtungen wie Bücherei und Museum dienen ja durchaus der Freizeitgestaltung. Selbst die Musikschule lässt sich ja durchaus als Freizeitangebot sehen.

Bottrop-Stadtmitte bietet kulturelle Angebote und Raum für Sportler

Und neben diesen kulturellen Angeboten gibt es in Stadtmitte mit dem Stadtgarten und den Spielplätzen oder der Skaterbahn im Ehrenpark weitere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, dazu noch der Sportpark mit Stadion und Hallenbad. Dass so gesehen dann doch eher schlechte Abschneiden dieses Stadtteils bietet Interpretationsmöglichkeiten: Zum einen mag den Teilnehmern diese Vielfalt und auch die Breite an Freizeitangeboten nicht bewusst gewesen sein. Oder aber sie genügen den Ansprüchen nicht.

Was möglicherweise auch eine Rolle spielt: Die doch sehr durchmischte Alters- und Sozialstruktur des Stadtteils. Hätte man ihn noch einmal aufgeteilt in Innenstadt Süd-West, Nord-Ost und Altstädt wäre das Ergebnis vielleicht noch differenzierter ausgefallen.

Bottrops Wirtschaftsförderungen hätte für Stadtmitte bessere Noten erwartet

Auch bei der städtischen Wirtschaftsförderung zeigt man sich überrascht über die Bewertung in Stadtmitte. Sowohl Dorothee Lauter, Abteilungsleiterin für den Bereich Zukunftsstadt, als auch Heiko Gieselmann, verantwortlich für das Projekt Fun City, hätten bei dem Stadtteil ein besseres Abschneiden erwartet.

Denn das Museum etwa spiele ja auch bei Fun City durchaus eine Rolle, sagt Gieselmann. Das Projekt bündelt die Akteure aus dem Bereich Freizeitwirtschaft in der Stadt und ist quasi auch eine Dachmarke, unter der nach außen für Bottrop geworben wird. Dabei liegt ein großes Augenmerk auf den großen kommerziellen Anbietern.

Das Museum spielt auch beim Projekt Fun City eine Rolle

„Aber in unseren Auftritten weisen wir immer auch auf andere Freizeitangebote in der Stadt hin. Dazu zählen das Museum und auch das Grün rundherum.“ Angesichts dieses Abschneidens werde man sicher noch einmal über die Kommunikation nachdenken, um diese Vielfalt den Menschen im Stadtteil klarer vor Augen zu führen, so die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung.

Denn kostenlose oder zumindest preiswertere Angebote, das ist ein Punkt, der für Einheimische womöglich wichtiger ist – denn wer kann schon regelmäßig etwa in den Freizeitpark gehen. Ähnlich sieht man es auch bei der Wirtschaftsförderung. Für die Bottroper seien wahrscheinlich derartige Angebote wichtig. Dazu zählten nun einmal auch die Ausflugsmöglichkeiten ins Grüne.

Die allerdings, so Dorothee Lauter, spielten auch für Übernachtungsgäste eine Rolle. Denn auch Familien mit Kindern aus Holland nehmen solche Angebote wahr.

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