Stadtteil-Check

Bottrop: In Stadtmitte ist Sicherheit ein großes Thema

Mehrfach schon haben Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst zuletzt große Kontrollaktionen in der Innenstadt durchgeführt.

Mehrfach schon haben Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst zuletzt große Kontrollaktionen in der Innenstadt durchgeführt.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Bei der Frage nach der Sicherheit landet die Stadtmitte auf dem letzten Platz. Doch es gibt Ideen, wie sich die Situation verbessern ließe.

„Wie beurteilen Sie die Sicherheit in Ihrem Stadtteil?“ Das war eine der Fragen, die die Teilnehmer des Stadtteil-Checks in Bottrop beantwortet haben. Und im Ergebnis hat Stadtmitte dabei am schlechtesten abgeschnitten. Im Durchschnitt mit 3,54 bewerteten die Bewohner des Stadtteils die Sicherheit hier. Auch Batenbrock (3,36) und Boy (3,33) schnitten schlecht ab. Zum Vergleich: Der Durchschnitt für die Gesamtstadt liegt bei 2,73. Grafenwald (1,85) und Kirchhellen (1,92) hingegen liegen in der Kategorie vorne. Kein Wunder also, dass die Bewohner von Stadtmitte einige Fragen und auch Ideen haben, wie die Sicherheit verbessert werden könnte.

Vor allem die Situation rund um ZOB, Berliner Platz und Trapez brennt den Bottroper unter den Nägeln. Das zeigt auch die öffentliche Diskussion rund um mögliche No-go-Areas in der Stadt. Gut vorstellbar, dass sich das auch auf den Stadtteil-Check ausgewirkt hat. Zuletzt haben Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst ja auch reagiert. Innerhalb von zwei Monaten fanden nun schon vier großangelegte Kontrollaktionen statt. Dafür gab es aus der Bevölkerung viel Lob.

KOD-Leiter wünscht sich drei zusätzlich Kräfte

Die CDU-Stadtmitte hat das Thema aufgegriffen und zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Dort äußerten sich auch Vertreter der Stadtverwaltung zum Thema Sicherheit in der Stadt – und es wurde klar, dass auch dort Handlungsbedarf gesehen wird, es teilweise aber an fehlendem Personal scheitert. So machte Stefan Pietz, Leiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), sehr deutlich, dass er sich mindestens drei zusätzliche Kräfte wünscht. Denn mit dann zwölf Leuten könne der KOD seine Streifentätigkeit in Bottrop verdoppeln.

Pietz nutzte die Gelegenheit, um die vielen Aufgaben, für die der KOD auch noch zuständig ist, zu erläutern. So sei der KOD etwa bei Abschiebungen gefragt, Bürgerbeschwerden beispielsweise über Lärmbelästigungen landen ebenfalls beim KOD, genauso wie Beißvorfälle mit Hunden. Hinzu kämen Ereignisse wie die Kirmes oder jetzt bald wieder der Rosenmontagszug, und auch bei der Einweisung psychisch Kranker sei der KOD mit an Bord. Außerhalb der Dienstzeiten der Politessen ist der KOD außerdem für Falschparker zuständig.

Und das alles mit neun Mitarbeitern im Zweischichtbetrieb, denn der KOD soll die Zeiten von 7 Uhr bis Mitternacht abdecken.

KOD ist für ganz Bottrop zuständig – von Ebel bis Feldhausen

Hinzu kommt außerdem, dass der KOD ja für die gesamte Stadt zuständig ist – von Ebel bis Feldhausen – und dort auch Parks, Grünanlagen und Friedhöfe bestreifen soll. Anhand der Vielzahl der Aufgaben, die außerdem noch auf dem KOD lasten, erhielten die Zuhörer so einen Eindruck, wie schwierig es dann ist, regelmäßig Präsenz in der Stadt zu zeigen.

Auch wenn die Zahl der Delikte – stadtweit gesehen – ansteigt, so sei Bottrop und auch Stadtmitte sicher, stellte Emilio Pintea, Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung, klar. Nicht alle Delikte, die in dieser Statistik auftauchten, hätten auch tatsächlich Einfluss auf die Sicherheit. So seien etwa nicht angeleinte Hunde sicher kein Indiz für die Sicherheitslage und auch für das Sicherheitsgefühl in einer Stadt.

KOD sieht den Unterstand für Trinker- und Drogenszene am ZOB skeptisch

Denn auch das subjektive Sicherheitsgefühl spiele in der ganzen Debatte eine Rolle – etwa wenn man sich unwohl fühle beim Überqueren des Berliner Platzes. Wie denn in dem Zusammenhang der Unterstand für die Trinker- und Drogenszene beurteilt werde, wollten Zuhörer wissen. Stefan Pietz gestand, dass der KOD den durchaus zwiespältig sieht, weil er auch entsprechendes Klientel aus den Nachbarstädten anlocke. Der Ansatz, den Unterstand dort zu bauen, sei zwar aus der Verwaltung gekommen, doch der KOD sei nicht beteiligt gewesen. Emilio Pintea deutete an, dass sich in der Frage des Standortes wohl noch was tun werde.

Inwieweit denn Videoüberwachungen oder andere Dinge wie ein Beleuchtungskonzept helfen könnten, wollte CDU-Bezirksvertreterin Susanne Jungmann wissen. Gerade ein Beleuchtungskonzept für ZOB und Berliner Platz könne wirklich helfen, ist Pietz überzeugt. Schwieriger sei da schon das Thema Videoüberwachung. Das könne nur die Polizei anordnen, so Pintea. Und zwar nur an Kriminalitätsschwerpunkten – und als solcher gelte der Berliner Platz oder der ZOB eben nicht.

Politiker aus Rat und Bezirksvertretung nahmen Anregungen mit

Hilfreich, auch das nahmen die CDU-Vertreter aus Bezirk und Rat mit, könne es vielleicht sein, über Bebauungspläne die Ansiedlung bestimmter Lokale einzudämmen, so wie es in der Vergangenheit bereits bei Spielhallen gemacht wurde. Sogar die Sauberkeit habe Einfluss auf das subjektive Sicherheitsempfinden. Am Ende aber ist auch klar, dass in einem dicht besiedelten Innenstadtbereich, an dem sich auch tagsüber viele Leute aufhalten, mehr passiert als etwa im ruhigen Vorstadtviertel.

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