Alpincenter

Stadt untersucht Haldenwasser noch einmal

Anschüttung an der Halde Prosper zur Stabilisierung, im Vordergrund: die Nordseite des Alpincenter mit den Bauarbeiten.

Foto: Hans Blossey

Anschüttung an der Halde Prosper zur Stabilisierung, im Vordergrund: die Nordseite des Alpincenter mit den Bauarbeiten. Foto: Hans Blossey

Bottrop.   Politiker wollen mit einem Verwaltungsgutachten dem Misstrauen von Anwohnern gegenüber Alpincenter-Experten begegnen.

Die Stadt wird nun doch eigene Proben von dem Wasser nehmen, das aus der Alpincenter-Halde sickert. Damit soll dem Misstrauen der Anwohner aus dem Johannestal begegnet werden, das sie dem Gutachter des Alpincenters entgegenbringen. Der hatte zuletzt keine Überschreitung von Grenzwerten ermittelt.

Im Planungsausschuss hatte DKP-Ratsherr Michael Gerber ein neues Gutachten beantragt. Das wäre wahrscheinlich abgelehnt worden, hätten nicht ÖDP-Mann Johannes Bombeck und Sigrid Lange (Grüne) dafür geworben, ein solches Vorgehen als vertrauensbildende Maßnahme zu betrachten. Die Kosten für die Stadt bleiben überschaubar, denn rund um Halde, Kokerei-Gelände und Johannestal arbeiten Stadt und Emschergenossenschaft zusammen, um das Problem der Vernässung in den Griff zu bekommen.

Anschüttung drückt Wasser aus der Halde

Zuvor hatten Alpincenter-Geschäftsführer Harold van Kranen und der Gutachter über die Arbeiten an der Halde berichtet. Die Anschüttung drücke nun Wasser aus dem Haldenkörper. Das sei gewünscht und trage zur Stabilisierung der Halde bei. Das Wasser stamme aus Flotationsbergen, die damals in die Halde eingebracht wurden. Letztlich handle es sich um Schlamm aus der Kohlenwäsche.

Im Beisein der Bürgerinitiative ging Gerber sowohl Alpincenter-Verantwortliche wie die Stadtverwaltung hart an. Zeitweise sah sich van Kranen mehr auf einer Anklagebank, denn als Gast eines Ausschusses. Er erklärte auf Nachfrage, dass das Material zur Anschüttung aus der Müllverbrennung in Oberhausen stamme, es aber auch eine Genehmigung gebe, gleiches Material von anderer Stelle nutzen zu dürfen. Van Kranen kündigte eine neue Kühlanlage für das Alpincenter an. Sie werde zur Kokerei und nicht mehr zum Johannestal hin ausgerichtet, um die von Anwohnern beklagte Lärmbelastung zu mindern.

Energisch widersprach Planungsdezernent Klaus Müller Gerbers Vorwürfen einer laschen Handhabung und der Unkenntnis über die Inhaltsstoffe der ursprünglichen Halde.

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