Parken in der City

Stadt sortiert die Parkflächen neu

Wie soll der Gleiwitzer Platz künftig genutzt werden? Nur als Parkplatz ist er zu schade, finden Verkehrsplaner.

Wie soll der Gleiwitzer Platz künftig genutzt werden? Nur als Parkplatz ist er zu schade, finden Verkehrsplaner.

Bottrop.   Neues Park-Konzept für die City wird Dauerparker verdrängen und mehr Platz schaffen für Elektroroller, Motorräder und Fahrräder

Auf der Basis von eigenen Analysen und Studien zum Parkverhalten in der Innenstadt wollen die Verkehrsplaner „Strategien für die Entwicklung des ruhenden Verkehrs in der Innenstadt“ erarbeiten. Die Auslastung der derzeit 2407 Stellplätze soll verbessert, das Angebot umgeschichtet werden: weg vom Straßenstellplatz, hin zum Parkhaus.

Besucher wollen ebenerdig und kostenlos parken

Der typische Bottroper Innenstadtbesucher hat zwei einfache Ansprüche an einen Parkplatz, sagt Natascha Dietz, Leiterin der Verkehrsplanung: „Er will ebenerdig und kostenlos parken.“ Dafür dreht er gerne mal zwei Schleifen mehr und lässt das Parkhaus links liegen. Selbst wenn mittwochs zu Marktzeiten die großen Innenstadt-Parkplätze zu 90 bis 99 Prozent voll sind, ist das Parkhaus an der Schützenstraße nicht mal zu zwei Dritteln gefüllt.

Stadt muss Preispolitik überdenken

Diesen Trend verstärkt die Stadt selbst durch ihre Preispolitik: Das Parken im Parkhaus ist deutlich teurer als auf bewirtschafteten Parkplätze, dazu gibt es mitten in der Stadt noch völlig unbewirtschafteten Parkraum. Der wird gerne von Dauerparkern genutzt und steht deshalb für Kunden und Besucher nicht zur Verfügung.

Uneinheitliche Tarife

Das Ergebnis der Analyse: „Die uneinheitlichen Tarife und unübersichtlichen Regelungen zum Parken in der Innenstadt führen zu Parksuchverkehren und einer ungleichmäßigen Auslastung des Parkraums“. Natascha Dietz sagt es noch einfacher: „Wir sind nicht knapp an Parkplätzen „wir sollen sie aber intelligenter nutzen“.

Auf Sicht mehr Parkhaus-Plätze

Mittelfristig wird sich die Park-Lage in der Innenstadt vermutlich ohnehin zu mehr Parkhausplätzen entwickeln, schätzt Natascha Dietz. Wenn ein Neubau des Parkhauses an der Schützenbahn fällig wird, sollte der mehr Plätze haben als sein Vorgänger. Gleiches gelte vermutlich für eine Tiefgarage auf dem Saalbau-Gelände. Irgendwann sollte auch die Tiefgarage des Hansazentrums wieder eröffnen. Auf der anderen Seite werden ebenerdige Stellplätze wegfallen am Lamperfeld (Neubau), auf dem Kulturhof (Ausbau) und am Saalbau, wo zwischen den Bäumen derzeit noch legal halb auf dem Gehweg geparkt werden darf.

Einheitliche Regel müssen her

Solche Park-Grenzfälle sollen nach dem Vorstellungen der Verkehrsplaner künftig wegfallen. Natascha Dietz spricht von „moderater Reduzierung“ von Parkflächen an Engpässen und wichtigen Rad- und Fußwegen. Bei Bedarf könne Ersatz geschaffen werden etwa in Parkhäusern.

Was ist mit Blick auf die Dauerparker nicht mehr geben soll, sind „komplett unbewirtschaftete Parkflächen in und rund um die Innenstadt“. Dort soll überall mindestens Parkscheibenpflicht gelten, wenn schon keine Gebühren erhoben werden. Generell müsse das Parken in Bottrop übersichtlicher werden, einheitlich geregelt auf vergleichbaren Flächen. Mehr Plätze müssten geschaffen werden für Elektroroller und Motorräder, Elektrofahrzeuge mit Ladestationen, Anwohner und Menschen mit Behinderung.

Neues Parkleitsystem

Zwei flankierende Maßnahmen werden für eine intelligentere Nutzung der Parkmöglichkeiten in Bottrop unverzichtbar sein, sagen die Planer. Das ist zum einen ein Parkleitsystem, das seinen Namen verdient und Innenstadtbesucher mit wirklich nützlichen Informationen versorgt. Und das ist zum zweiten: die „konsequente Ahndung von Falschparken“.

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