Sport und Freizeit

Stadt nimmt neuen Sanierungs-Anlauf für das Stenkhoffbad

Kiosk und Umkleiden am Stenkhoffbad (rechts oben) sollen durch einen Mehrzweckbau ersetzt werden.

Kiosk und Umkleiden am Stenkhoffbad (rechts oben) sollen durch einen Mehrzweckbau ersetzt werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Bottrop .  Um das Stenkhoffbad attraktiver zu machen, will der Bäderbetrieb einen Zuschuss von 1,5 Millionen einwerben. Die Politik wünscht viel Glück.

Mit 1,5 Millionen Euro aus einem Fördertopf für Sportstätten von Bund und Land will der Sport- und Bäderbetrieb einen neuen Versuch unternehmen, das Stenkhoffbad für Besucher attraktiver zu machen. Die Sportpolitiker unterstützen diesen Vorstoß einstimmig. Allerdings kann das bedeuten, dass das Freibad in den nächsten Jahren gleich zweimal geschlossen werden muss.

Aus dem „Investitionspaket Sportstättenförderung“ wollen Bund und Land bis 2024 die Modernisierung, Erweiterung oder den Neubau von Gebäuden an Sportstätten fördern, die besonders vielen Menschen einen Zugang zu sportlicher Betätigung ermöglichen. Diese Fördervoraussetzung trifft nach Einschätzung des Bäderbetriebes für das Stenkhoffbad zu.

Neubau eines Mehrzweckgebäudes

Deshalb will der Betrieb versuchen, aus diesem Förderprogramm Geld für den Abriss der Altgebäude am Stenkhoffbad (Duschen, Sanitäreinrichtungen, Umkleiden, Kiosk) sowie für den Bau eines „attraktiven ebenerdigen Multifunktionsgebäudes“ nach Bottrop zu lenken. Weil Barrierefreiheit beim Investitionspaket ein wichtiges Kriterium ist, sollen auch der Badeingang und zwei Beckenzugänge barrierefrei gestaltet werden.

„Ich will noch einen Versuch unternehmen, einen Zuschuss zur Attraktivitätssteigerung des Stenkhoffbades zu bekommen“, beschreibt Jürgen Heidtmann, Chef des Sport- und Bäderbetriebes, den Förderantrag. Im August 2018 hatte der Bäderbetrieb aus einem anderen Topf rund 8 Millionen Euro für eine Komplettsanierung des Freibades beantragt. Damals war der Betrieb nicht durchgekommen mit seinem Förderantrag.

Zweiter Versuch mit kleiner Lösung

Jetzt versucht es Heidtmann mit einer kleinen Lösung. Bis zu 1,5 Millionen Euro pro Sportstätte stehen als Förderrahmen zur Verfügung. Im Kern soll deshalb wenig mehr als das absolut notwendige Minimum im Bad gemacht werden: Abriss der beiden Altgebäude und Ersatz durch einen Mehrzweckbau. Nach ersten Kostenschätzungen könnte das zwischen 1,9 und 2,2 Millionen Euro kosten - plus 100.000 für die barrierefreien Zugänge. Das Urteil der Experten über den Zustand der Altgebäude: „Der Bestand ist wegen seiner Sanierungsbedürftigkeit dem Grunde nach abgängig.“ Das ist eine beschönigende Formulierung für: abrissreif.

Wenn der Antrag fristgerecht gestellt wird, könnte im Frühjahr 2021 ein Zuwendungsbescheid kommen. 2022 könnte abgerissen und neu gebaut werden. „Für diesen Zeitraum müssten wir schließen“, sagt Heidtmann. Und dann wohl ein paar Jahre später noch einmal. Nach den aktuellen Zeitplänen des Betriebes „Straßen NRW“ für den Ausbau des Autobahndreiecks neben dem Freibad rechnet Heidtmann in einem Zeitkorridor zwischen den Jahren 2025 und 2027 mit Bauabschnitten, die den Freibadbetrieb nicht möglich machen werden.

„Akzeptanz stark rückläufig“

Dann ist das halt so, sagt Jürgen Koch (SPD): „Wir können mit der Sanierung des Stenkhoffbades nicht warten, bis das Autobahndreieck fertig ist.“ Er teilt die Einschätzung des Bäderbetriebes: „Die Akzeptanz des Bades ist in den letzten Jahren stark rückläufig und nicht allein auf die Wetterlagen der letzten Jahre zurück zu führen. Vielmehr liegt es auch an der Substanz der Gebäude.“

Und vielleicht schlägt eine Schließung im Jahr 2022 gar nicht so stark auf die Besucherzahlen. Die Arbeitsgemeinschaft Bäder erwartet ohnehin bis ins Jahr 2022 starke Beeinträchtigungen des Badebetriebes durch Corona-Auflagen. Der Sport- und Bäderbetrieb hat deshalb seine Besuchererwartung für 2021 auf das Niveau des aktuellen Jahres gesenkt. Und der Betriebsausschuss hat dem Sportbetrieb einstimmig grünes Licht für den Förderantrag gegeben.

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