Radverkehr

Stadt Bottrop testet Vorrang für ihre Fahrradfahrer

Schnelle Radwelle in Alt-Oberhausen: Fahrradfahrer Dieter Baum testet, ob die Ampeln jetzt schneller auf Grün springen.

Schnelle Radwelle in Alt-Oberhausen: Fahrradfahrer Dieter Baum testet, ob die Ampeln jetzt schneller auf Grün springen.

Foto: Kerstin Bögeholz

Bottrop.   Wärmebildkamera sorgt bald an einer Kreuzung für grünes Licht. Auch fluoreszierender Asphalt soll das Fahrradfahren attraktiver machen

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Auf Vorfahrt für Radfahrer, wo immer es Sinn macht, zielt die Stadt seit längerem ab. Die neue Grüne Welle für Radler, die landesweit erstmals jetzt die Nachbarstadt Oberhausen eingerichtet hat, behält Beigeordneter Klaus Müller daher im Blick. „Wir sind gespannt, ob das funktioniert“, sagt er. Denn auch die Stadt Bottrop möchte Radfahrern bald auf ähnliche Weise Vorfahrt gewähren.

Mit dem Innovation City-Modellprojekt „Radquadrat“ erweitert die Stadt das Radwegenetz und lenkt die Radfahrer auf verkehrsarmen und ruhigen Nebenstrecken um die Innenstadt. Dabei sieht die Stadt ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, um das Radfahren attraktiver zu machen. Dazu gehört zum Beispiel fluoreszierender Asphalt, der Radfahrern im Dunkeln im Stadtgarten den Weg weist. Am Bahnhof ist eine Fahrradwaschanlage vorgesehen. Servicestationen mit Werkzeug sind ebenso geplant wie Ladestellen für Pedelecs.

Zu 90 Prozent übernimmt der Bund die Kosten

Mehrere Kreuzungen werden dafür fahrradfreundlich ausgebaut. „Dabei setzen wir an einer Kreuzung auch Wärmebildkameras ein“, erklärt Müller. „Diese Kameras sind noch sehr teuer. Ohne Fördergelder kann man sie kaum finanzieren“, bedauert er.

Die Nachbarstadt Oberhausen setzt bei ihrem Modellprojekt an insgesamt 30 Stellen solche Wärmebildkameras oder auch im Boden eingelassene Induktionsschleifen ein. Diese erfassen die heran rollenden Radfahrer und senden ein Signal an die Ampel, die dann auf Grün umspringt. So können die Radfahrer im besten Fall die Ampeln passieren, ohne anhalten zu müssen. Während des Tests soll auch erfasst werden, wie viel Zeit die Radler mit Hilfe dieser Technik sparen können. Zu 90 Prozent übernimmt der Bund die Kosten des Versuchs.

Eine Frage der Unterscheidbarkeit

Mit Interesse verfolgt der Bottroper Beigeordnete gerade auch den Einsatz von Induktionsschleifen in der Nachbarstadt. „Wir fragen uns, ob es nicht schwierig ist, damit Radfahrer und Autofahrer auf der Straße zu unterscheiden“, sagte Müller. Der Einbau der Induktionsschleifen setze außerdem wohl asphaltierte Strecken voraus.

„Bevor solche Systeme im größeren Stil eingesetzt werden, ist es generell richtig, sie erst einmal richtig auszuprobieren“, begrüßt Müller das Modellprojekt in Alt-Oberhausen. Wichtig sei es dabei, die Auswirkungen auf den sonstigen Verkehr im Auge zu behalten. „Es kann immer nur einer Grün haben“, sagte Müller: „Es will daher generell gut überlegt sein, wo Grüne Wellen eingerichtet werden“.

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