Protesttag

St. Antonius: Mehr Zeit für Patienten statt für Bürokratie

Das St. Antonius Krankenhaus in Kirchhellen wirbt am Protesttag für weniger Bürokratie und für mehr Zuwendung für die Patienten.

Das St. Antonius Krankenhaus in Kirchhellen wirbt am Protesttag für weniger Bürokratie und für mehr Zuwendung für die Patienten.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Kirchhellen.  Die Ärzte verbringen schon genug Zeit mit Bürokratie, findet die Chefärztin am Bottroper St. Antonius-Krankenhaus. Es sei Zeit für Verbesserungen.

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Aktuell berät der Bundestag die Personalausstattung in psychiatrischen Kliniken. Es geht daher auch darum, wie viel Zeit Ärzte und Pflegekräfte für den Patienten und wie viel für Bürokratie haben sollen. Das St. Antonius-Krankenhaus in Kirchhellen bezieht Stellung. Es gehört dem Verbund St. Augustinus Gelsenkirchen an.

„Sollten die Pläne beschlossen und Realität in unseren Häusern werden, brauchen wir noch mehr Zeit für Verwaltung und Bürokratie“, meint Astrid Rudel. Sie ist Chefärztin der Kliniken für Psychiatrie am St. Antonius-Krankenhaus in Kirchhellen und am Elisabeth-Krankenhaus in Gelsenkirchen. Solche Pläne wolle man aus ärztlicher und pflegerischer Sicht und im Interesse der Patienten nicht widerspruchslos hinnehmen. „Psychiatrie ist Beziehungsmedizin“, erklärt Rudel.

Die Bundesdirektorenkonferenz des Verbandes leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie (BDK) hat für den morgigen Donnerstag, 12. Dezember, zu einer bundesweiten Protestaktion unter dem Motto „Protestmittagspause – Mehr Personal für psychische Gesundheit“. Im St. Antonius-Krankenhaus wird deshalb in der Mittagspause für die Anliegen und Sichtweisen des BDK geworben. Es soll auf die Notwendigkeit angemessener Personalausstattung in den Kliniken aufmerksam gemacht werden.

Susanne Minten, Geschäftsführerin des Verbunds St. Augustinus Gelsenkirchen, bekräftigt die Aktion: „Die jetzt ans Ministerium weitergeleitete Richtlinie knüpft an 30 Jahre alte Vorgaben zur Personalbemessung an, legt diese in nur minimal angepasster Form und nun aber daraufhin aus, dass bei kaum mehr gegenfinanziertem Personal ein erheblicher Mehraufwand an Dokumentation entstehen wird.“

Astrid Rudel berichtet aus der Praxis: „Menschliche Zuwendung ist der Wirkfaktor in der Behandlung psychischer Erkrankungen. Eine therapeutische Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten, erfordert Zeit.“ Deshalb fordern die Verantwortlichen eine Entlastung der Mitarbeiter, insbesondere bei den ausufernden Dokumentationspflichten. „Damit wir uns ganz den Patientinnen und Patienten widmen können. Die jetzt dem Ministerium vorgelegte Richtlinie muss geändert und verbessert werden“ betont die Chefärztin.

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