Kinderferienzirkus

SPD scheitert mit Antrag zum Kinderferienzirkus

Bei der Galavorstellung des Ferienzirkus’ begeisterten die Ferienkinder im August wieder ihr Publikum.

Foto: Lutz von Staegmann

Bei der Galavorstellung des Ferienzirkus’ begeisterten die Ferienkinder im August wieder ihr Publikum. Foto: Lutz von Staegmann

Bottrop.   Wenn der Rat nicht anders entscheidet, wird es bei der Beitragshöhe für den Kinderferienzirkus bleiben. Eine Staffelung wurde abgelehnt.

Ob es im kommenden Jahr beim Kinderferienzirkus eine Gebührenermäßigung für Kinder aus sozial schwächeren Familien geben wird, steht noch in den Sternen. Im Jugendhilfeausschuss ist die SPD in dieser Woche auf jeden Fall mit ihrem Antrag gescheitert, eine soziale Staffelung einzuführen. Chancen könnte der Antrag noch bei den Etatberatungen im Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss oder im Rat haben.

Ziel der SPD war es, Familien zu entlasten, die mit ihrem Einkommen knapp über den Transferleistungen liegen. Denn die Teilnahme am Kinderferienzirkus – in den Osterferien in Kirchhellen und in den Sommerferien in Bottrop – ist nicht gerade billig. In Kirchhellen werden pro Woche und Kind 90 Euro erhoben, in Bottrop mit Kreativ- und Spielprogramm sogar 120 Euro. Darin enthalten ist die Verpflegung. Ermäßigungen (auf 50 Euro in Kirchhellen und 70 Euro in Bottrop) erhalten Geschwisterkinder, Kinder von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr oder Inhabern der Ehrenamtskarte. Kinder aus benachbarten Kommunen zahlen dafür mehr.

Löchelt-Stiftung gibt Geld

Doch schon jetzt gebe es für Einkommensschwache die Möglichkeit, Hilfen in Anspruch zu nehmen, betont Karl Trimborn, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule: „Kein Kind muss zu Hause bleiben, nur weil das Geld der Eltern nicht reicht.“ Zum einen können Empfänger von Sozialleistungen auch schon heute Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) dafür in Anspruch nehmen.

Das Geld – bis zu zehn Euro monatlich – wird gewährt, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kultur und Bildung zu erleichtern und könnte auch komplett für den Ferienspaß eingesetzt werden. Anträge können bei der Stadt oder beim Jobcenter gestellt werden.

Über 500 Kinder machen jedes Jahr mit

Aber auch die Ernst-Löchelt-Stiftung hilft in solchen Fällen. Seit über 20 Jahren unterstützt sie Kinder und Jugendliche und ermöglicht ihnen beispielsweise die Teilnahme an Freizeitmaßnahmen. Jedes Jahr bewilligt die Stiftung insgesamt um die 50 000 Euro. Darüber, dass es solche Hilfsmöglichkeiten gibt, werden die Eltern jedes Jahr mit der Broschüre informiert.

Keine Möglichkeit sieht Karl Trimborn dafür, für alle Kinder eine Einkommensprüfung vorzunehmen. „Es gibt in Bottrop und Kirchhellen insgesamt über 500 Teilnehmer. Wir haben kein Personal, um für alle Anträge prüfen zu können.“ Für den Kinderferienzirkus hat die Stadt sowieso nur eine halbe Stelle.

Bei Stadtranderholung gibt es Ermäßigungen

  • Bei der Stadtranderholung sind die Beiträge nach Einkommen gestaffelt. Die Eltern zahlen für ihre Kinder je nach Einkommen pro Woche zwischen 12,50 und 100 Euro.
  • Ermäßigungen gibt es für Geschwisterkinder, Kinder von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und Inhabern der Ehrenamtskarte.

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