Folkmusic

Sonia Rutstein: Ihre Lieder berühren Herz und Seele

Die amerikanische Singer-Songwriterin Sonia Rutstein trat jetzt in der Bottroper Kulturkirche auf. Die Cousine von Bob Dylan berührte ihr Publikum.

Die amerikanische Singer-Songwriterin Sonia Rutstein trat jetzt in der Bottroper Kulturkirche auf. Die Cousine von Bob Dylan berührte ihr Publikum.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Bottrop.  Die amerikanische Singer-Songwriterin Sonia Rutstein war zu Gast in Bottrops Kulturkirche. Mit ihrem kritischen Programm machte sie nachdenklich.

Die amerikanische Sängerin und Gitarristin Sonia Rutstein kam auf ihrer Deutschland-Tour erstmals auch nach Bottrop - und brillierte in der Kulturkirche Heilig Kreuz mit griffigen Folk-Rhythmen und Texten, die Herz und Seele berührten.

Zwischen Anklage und Ironie

Sie sprach in ihren Songs Themen wie das Arbeiterleben oder die anhaltende Ungerechtigkeit auf der Welt an. Die Diskriminierung von Minderheiten oder die persönliche Beziehung zu Gott spielten in einigen Titeln eine Rolle, die stets einen speziellen Dreh durch einen ironischen Unterton oder eine genau hinterfragende Perspektive erhielten.

Obwohl für die Verhältnisse der Kulturkirche nur wenige Gäste zum Auftritt der renommierten Künstlerin gekommen waren, gelang es die Musikerin, eine dichte, zuweilen sogar spannungsgeladene Atmosphäre zu schaffen und sich in eine eigene musikalische Welt zu spielen.

Ausgereifte Interpretation

Die Cousine von Bob Dylan überzeugte vor allem durch ihre Stimme, die sie in unterschiedlichen Tonhöhen einsetzte. Rutstein gab sich selbst den Takt mit den Füßen vor, während sie die Gitarrensaiten mit den Fingern schlug und dazu zuweilen noch eine Mundharmonika spielte. Das war fast schon ein Ganzkörpereinsatz. Aber alles wirkte harmonisch, ausgereift, auch wenn einige Melodien zuweilen an Titel des berühmten Cousins erinnerten.

Songs wie „Won’t let go” kündigte sie mit dem Beisatz an, „das ist ein Song, den ich für meinen Vater geschrieben habe.“ Zu anderen Stücken erzählte der Star, der sich häufig für politische Minderheiten einsetzt, eine persönliche Entstehungsgeschichte. Natürlich durften auch tragende Coversongs nicht fehlen. Rutstein packte „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „Imagine“ von John Lennon aus.

Einen besonderen Konzertmoment erzeugte die Musikerin, als sie ein Lied für die kurdische Künstlerin Nudem Durak anstimmte, die derzeit in der Türkei für neunzehneinhalb Jahre im Gefängnis sitzt, da sie kurdische Lieder gesungen hatte. „Ich hoffe, dass viele andere Gruppen diesen Song aufgreifen und in andere Sprachen transportieren.“

Vielleicht gibt es ein Wiedersehen

Die prägnante Schlusszeile des Liedes „we are one family, we are one world” („wir sind eine Familie, wir sind eine Welt“) stimmte das Publikum nachdenklich. Auf begeisterten Applaus folgte eine Zugabe mit Blues-Elementen sowie die Ankündigung, im nächsten Jahr wieder nach Deutschland zu kommen - und vielleicht auch wieder in der Kulturkirche zu spielen.

Nächstes Konzert mit geistlichen Werken

Das nächste Konzert in der Kulturkirche Hl. Kreuz, Scharnhölzstraße 37, 46236 Bottrop, findet am Sonntag, 19. Mai um 16.30 Uhr statt. Die Sopranistin Anneli Pfeffer und Gerd-heinz Stevens an der Orgel interpretieren im Marienmonat Mai Marienmusik aus Barock, Romantik und dem 20. Jahrhundert. Eintritt: 15 €/Vereinsmitglieder und Kinder frei.

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