Umweltverschmutzung

So kamen Abwasser und Fäkalien in den Bottroper Angelteich

Peter Trost (Kassierer) und Lothar Gerschinski (Vorsitzender) sowie Fischereiberater Reinhard Glowka (v.l.).

Peter Trost (Kassierer) und Lothar Gerschinski (Vorsitzender) sowie Fischereiberater Reinhard Glowka (v.l.).

Foto: Matthias Düngelhoff

Bottrop.   Das Rätsel um die Fäkalien im Teich ist gelöst. Ein falsch angeschlossenes Rohr ist die Ursache. Nun stehen Reinigungs- und Klempnerarbeiten an.

Das Rätsel um die Fäkalien, die in den Angelteich im Boytal geflossen sind, ist aufgeklärt. Verursacher war tatsächlich die benachbarte Firma, die ihre Dachflächen über einen Bachlauf in den Teich entwässert. Das teilte das Unternehmen dieser Zeitung selbst mit.

Beim Anbau eines Gebäudeteils war der Abfluss einer Damentoilette falsch angeschlossen worden. „Das Abwasser floss in ein Rohr, von dem wir nicht wussten, dass es zur Dachentwässerung gehört. Das war aus den Bauplänen, die wir beim Kauf der Werkshallen bekommen haben, nicht ersichtlich“, erklärt der Geschäftsführer und macht auch deutlich, dass hier keine Absicht vorlag. „Das ist nicht unsere Art, so sind wir nicht.“

Alle Abflüsse sämtlicher Waschräume überprüft

Nachdem der Angelverein festgestellt hatte, dass aus dem Betonrohr, das vom Nachbargrundstück in den Bachlauf mündet, Abwasser in den Teich geflossen war, hat das Unternehmen sämtliche Abflüsse der Waschräume überprüft und den Fehler dann auch gefunden.

Die betroffene Toilettenanlage wurde gesperrt, und vor dem Gebäude wurde der falsche Anschluss freigelegt, um ihn zu kappen. Der Waschraum wird nun an ein anderes Abflussrohr angeschlossen, die entsprechenden Gräben entlang der Gebäudefront hat der Bagger bereits gezogen. „Wir haben uns mittels Kamera auch versichert, dass dieses Rohr tatsächlich in der Kanalisation mündet“, so der Geschäftsführer.

Niemand kann sagen, wie viel Abwasser im Teich landet

Ein Problem bleibt jedoch: Niemand kann sagen, wieviel Abwasser tatsächlich in den Teich gelangt ist. Die Waschräume wurden Ende 2015 gebaut, grob gerechnet floss das Abwasser gut drei Jahre lang in das Gewässer. Doch es bleibt eine unbekannte Größe: Niemand kann sagen, wie stark diese Damentoilette frequentiert ist.

Deshalb nimmt die Untere Wasserbehörde, die bei der Stadt angesiedelt ist, in dieser Woche noch einmal eine Probe. „Wir prüfen die Qualität, um festzustellen, wie groß der Schaden ist“, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken. Zudem habe die Stadt den Verursacher formal aufgefordert, die Einleitung zu stoppen.

Die Rohrleitung wird nun gereinigt

„Das ist bei einem solchen Verfahren der Standard“, erläutert Pläsken das Vorgehen. Damit sei dann seitens der Stadt, der Vorgang zunächst einmal abgeschlossen – je nach Ergebnis der Wasserprobe. Doch inwieweit auf den Verursacher noch eine Strafe zukommt, sei Sache der Ermittlungsbehörden. Die Polizei hatte bereits Ermittlungen wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung eingeleitet.

Das Unternehmen lässt nun noch die Leitungen durch einen speziellen Spülwagen reinigen, damit auch wirklich alle Fäkalienrückstände entfernt sind und nichts mehr in den Teich gelangen kann. Außerdem wird auch noch der Boden im Bereich des Bachlaufs ausgetauscht. Auch mit dem Angelverein ist die Firma in Gesprächen und will sich einigen, so denn die Fische in dem Gewässer zu Schaden gekommen sein sollten. Der Vereinsvorsitzende Lothar Gerschinski jedenfalls hatte das Gewässer zunächst einmal gesperrt.

Fischereiverband nimmt Proben

Die Angler wollen sicher gehen, dass die Fische nicht mit Kolibakterien belastet sind. Deshalb zieht auch der Landesfischereiverband noch einmal eine Wasserprobe, auch der Verein hat bereits kurz nach der Entdeckung das Wasser testen lassen, ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Lothar Gerschinski war selbst auch schon bei den Verursachern, hat sich den Fall erklären lassen und die Rohrleitungen in Augenschein genommen.

Er geht davon aus, dass der Verein sich mit dem Unternehmen einigen werde. „Wir wollen denen ja nichts. Uns geht es nur darum, zu klären, inwieweit die Fische geschädigt sind.“

Klar dürfe so etwas nicht passieren, nun gehe es aber darum, die Sache aus der Welt zu schaffen. „Ich habe den Eindruck, dass wir mit der Firma klarkommen werden.“

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