Im Chefsessel

„So kam das Benzin in mein Blut“

Die nächste Generation ist bereit: Sohn Tobias unterstützt seinen Vater Christoph Bellendorf bereits seit neun Jahren in der Geschäftsführung.

Foto: Heinrich Jung

Die nächste Generation ist bereit: Sohn Tobias unterstützt seinen Vater Christoph Bellendorf bereits seit neun Jahren in der Geschäftsführung.

Bottrop.   Christoph Bellendorf führt seit 1995 sein Autohaus in Kirchhellen. Obwohl in die heutige Technik fasziniert, schraubt er gerne an Oldtimern

Auch wenn sein Herz privat für die Oldtimer schlägt, so gern geht er beruflich mit der Zeit: Seit 1995 führt Christoph Bellendorf das gleichnamige Autohaus in Kirchhellen und erlebt seit seiner Ausbildung den rasanten technischen Wandel in der Branche.

Klar, spielte Christoph Bellendorf als Kind gerne mit Autos - wie halt jeder Junge. „Hinzu kam aber, dass ich als jüngstes von sieben Kindern in der Schreinerei meiner Eltern aufwuchs“, meint der gebürtige Kirchhellener. „Ich half von klein auf mit. Die Selbständigkeit war mir sozusagen in die Wiege gelegt.“ Als 13-Jähriger begleitete er dann seinen Bruder Josef zu Altwagenrennen. „Ich war sein Schrauber und Werkzeugschlepper“, erinnert sich der 60-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: „So kam das Benzin in mein Blut.“

Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter

Wie damals üblich, begann Christoph Bellenberg bereits mit 14 Jahren seine Lehre - natürlich zum Kfz-Mechaniker in einer Kirchhellener VW-Werkstatt. Gesellenjahre und Meisterbrief folgten, bis sich 1994 die „wunderbare Chance „ergab, das Autohaus an der Pelsstraße zu gründen. „Mit vier Mitarbeitern ging’s los, heute sind es 52“, so Bellendorf und betont: „Wir haben stets zehn oder elf Auszubildende, denn gute Leute im Handwerk werden knapp.“ Gerne gebe er jungen Leute eine Chance, auch wenn sie kein Abitur haben. „Das hab ich selbst ja auch nicht.“

Wichtig ist ihm auch die Fortbildung seiner Mitarbeiter. Schließlich unterliege die Autobranche einem rasanten Wandel. „Früher brauchte man in der Werkstatt nur Schraubenzieher, Prüflampe und Zange, heute geht’s erstmal los mit der Fehlerauslese“, meint Bellendorf lachend. „Früher nahm man Vergaser auseinander, heute gibt’s nur noch Einspritzmotoren und Kontakte und Ventile sind Hydraulik, Automatik und Elektronik gewichen.“

OptimistischerBlick in die Zukunft

Auch im Neuwagengeschäft habe sich die Welt auf den Kopf gestellt. Kamen die Kunden früher einfach ins Haus, um ein Auto zu kaufen, seien die Erwartungen heutzutage viel umfassender und höher. „Die Kunden haben hohe Ansprüche an ihr Auto, wollen aber Mobilität zu einem guten Preis“, stellt Bellendorf fest. Das Angebot sei riesig geworden und Kunden müssten sich orientieren zwischen den verschiedenen Antrieben und politischen Einflüssen auf die Autoindustrie. „Natürlich reagierten die Kunden eine Weile verhalten beim Kauf von Dieselfahrzeugen, inzwischen geht es schon wieder“, stellt Bellendorf fest und schaut optimistisch in die Zukunft: „60 Prozent der deutschen Arbeitsplätze sind abhängig vom Auto. Egal in welche Richtung die Zukunft geht - Elektro, Hybrid, Wasserstoff oder ganz was anderes - die Menschen wollen mobil sein.“ Und fasziniert verfolge er die Entwicklung und gehe sie mit.

Privat widmet sich Christoph Bellendorf jedoch am liebsten den alten Schätzchen und schraubt an ihnen wie einst als Kind. „Und irgendwann erfülle ich mir meinen Traum und fahre mit einem Oldtimer durch die Berge.“

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