Kinderdorf

Schulbus erreicht Kinderdorf Bottrop in Gambia

Können die erste Tour im neuen Schulbus kaum erwarten: Die Schulkinder und ihre Eltern in der Provinzhauptstadt Brikama. 

Können die erste Tour im neuen Schulbus kaum erwarten: Die Schulkinder und ihre Eltern in der Provinzhauptstadt Brikama. 

Foto: Rolf Schulte

Bottrop/Brikama.  Zum neuen Schuljahr im September wird der Kleinbus rollen und die Kinder der Umgebung zum Unterricht ins Kinderdorf Bottrop bringen.

Er ist endlich da! Nach zwei langen Monaten erreichte der Schulbus das Kinderdorf Bottrop in Gambia. Empfangen wurde das Fahrzeug wie ein Popstar. Unter dem Gejohle und Gekreische der 240 Kindergarten-Knirpse rollte das Gefährt auf das Kinderdorf-Gelände in der Provinzhauptstadt Brikama. „Welcome“, welcome“, intoniert die Kinderschar. Dann gab’s kein Halten mehr. Die Rasselbande stürmte den Bus, quetschte sich in die Sitzreihen und brach zu einer ersten Spritztour durch die Nachbarschaft auf.

Im April auf Container verladen

Vor zwei Monaten war das Fahrzeug neben Schulmöbeln und weiteren Hilfsgütern auf dem Gelände des Otto-Hahn-Gymnasiums in Dinslaken in einen Seecontainer verladen und auf den Weg an die westafrikanische Küste gebracht worden. Seit zwei Jahren unterstützt die Schule den gemeinnützigen Verein „Kinderdorf Bottrop in Gambia“ tatkräftig.

Dreiwöchiges Praktikum

Schüler der Einrichtung, die im Oktober 2018 mit zwei Lehrkräften ein dreiwöchiges Praktikum im „Kinderdorf Bottrop“ absolvierten, hatten die zündende Idee, für die Kindergartenkinder des Bottroper Projektes eine Schulbuslinie einzurichten. Den Jugendlichen war nicht verborgen geblieben, dass zahlreiche Mütter mit ihren Kindern erst nach mehrere Kilometer langen und beschwerlichen Märschen die Bottroper Hilfseinrichtung erreichen.

Zum neuen Schuljahr im September wird nun der Schulbus rollen und die Drei- bis Sechsjährigen mit ihren Müttern aus den weit entlegenen Dörfern abholen und nach Bottrop bringen. Das bemerkenswerte Projekt der Dinslakener Schule besticht durch seine Nachhaltigkeit.

Gymnasium übernimmt die Kosten

Das Otto-Hahn-Gymnasium übernimmt nicht nur die Finanzierung des Fahrzeugs, sondern auch die Unterhaltung des Kleinbusses. Die Schule stemmt das Projekt mit Erlösen aus Spendenläufen sowie weiteren Aktionen wie Theateraufführungen und Weihnachtsbaumverkäufen. An der Dinslakener Einrichtung wurde eigens eine Gambia-Arbeitsgemeinschaft gegründet. Im Oktober werden die Lehrkräfte Nina Hebisch und Sebastian Steinzen erneut mit zwei Jugendlichen des Otto-Hahn-Gymnasiums zu einem dreiwöchigen Praktikum nach Gambia aufbrechen. Am Flughafen in der Landeshauptstadt Banjul wird sie ein Bus abholen, der ihnen nicht ganz unbekannt sein dürfte.

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