Kultur

Schüler testen: Was macht ein Spiel eigentlich spannend?

Die Teilnehmer des „Gamer Days“ der Kulturwerkstatt in der Bibliotheksfiliale Auf der Bredde.

Die Teilnehmer des „Gamer Days“ der Kulturwerkstatt in der Bibliotheksfiliale Auf der Bredde.

Foto: Heinrich Jung

Kirchhellen.   Egal ob am Brett oder am Bildschirm: Die jungen Tester entwickeln Kriterien für die Bewertung. Am Ende steht bestenfalls die eigene Spiel-Idee

Bei den „Gamer Days“ haben Jugendliche im Alter zwischen zehn und 14 Jahren die Möglichkeit, in den Beruf eines Spieletesters hineinzuschnuppern. Beim dreitägigen Workshop, der im Rahmen des Kulturrucksack-Programms in der Bücherei Kirchhellen stattfand, entwickeln die jungen Spielejournalisten eigene Bewertungskriterien. Dabei spielen Dauer, Logik, Handhabung, Schwierigkeitsgrad, Sound und Grafik eine Rolle.

Klassiker analog und digital

Die Entwicklung des Bewertungskataloges steht neben dem Spielspaß im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Bereits am ersten Tag wird deutlich: Die Spielefans haben sehr viel Vorwissen; sie sind technikaffin und mit Leidenschaft bei der Sache. Getestet werden unter anderem Spiele-Klassiker wie „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Phase 10“ in analoger wie digitaler Version. Bekannte Titel wie das Kartenspiel „Hands Up“ und spannende Handy-Apps wie „Brawl Stars“ sind mit dabei.

„Die Computergegner können die Züge nicht so gut nachstellen wie reale Personen“, stellt Sarah (13) nach einigen Partien „Stadt, Land, Fluss“ auf dem I-Pad fest. „Der Suchtfaktor wird durch Belohnungen und einen ansprechenden Schwierigkeitsgrad eindeutig gesteigert“, hebt Laurenz (11) bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde hervor, bei der es um die Simulation „Garden Scapes“ geht.

Kursleiterin gibt Anregungen

„In aller Regel sind die Kinder bei den Spielen lauter, die sie mit anderen gemeinsam in einer Runde angehen. Bei digitalen Versionen setzt dagegen unmittelbar der Tunnelblick ein. Der Fokus ist ganz auf den Bildschirm gerichtet“, erklärt Kursleiterin Denise Gür. Die 24-Jährige hat die Teilnehmer bei den Tests beobachtet. Die Grafikdesignerin gibt den Mädchen und Jungen Anregungen, was bei ihrer Analyse zu beachten ist. Sie müssen zum Beispiel auch an das Zielpublikum denken.

Spielidee für das Smartphone

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