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Schüler gehen gegen Vorurteile an

Die Schüler präsentierten die Ergebnisse des Projekts „Be Fair“ im Lichthof der Berufsschule .l

Die Schüler präsentierten die Ergebnisse des Projekts „Be Fair“ im Lichthof der Berufsschule .l

Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool

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Bottrop. Vorurteile gegenüber anderen Menschen haben nicht nur Erwachsene; auch Kinder nehmen schon sehr genau wahr, wenn jemand benachteiligt wird. Schüler der 7. Klasse (inzwischen sind sie in der 8.) der Gustav-Heinemann-Realschule haben jetzt in einem ungewöhnlichen Projekt versucht, genauer zu fragen, wieso Menschen Vorurteile haben, wieso Menschen diskriminiert werden und wie das unterbunden werden kann. Die Ergebnisse ihres Projekts „Be Fair“ – Dagmar Kaplan vom Fachbereich Jugend und Schule und Mariella Maltese von der Integrationsagentur EL ELE der evangelischen Kirche haben es initiiert – stellten sie in einer kleinen Ausstellung im Berufskolleg vor.

OB lobt das Projekt als vorbildlich

Und die gab Einblick in sehr verschiedene Formen von Diskriminierung. Da berichteten Schüler zum Beispiel von ihrem Besuch bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialer Brennpunkt Borsigweg. Viele Jugendliche des Jugendtreffs, schrieben die Schüler in der Ausstellungstafel, kämen aus Serbien. Wovor haben sie Angst, fragten die Schüler. „Vor Nazis“, lautete eine der beklemmenden Antworten.

Das Projekt funktionierte als „Tandem“: Je ein Schüler oder eine Schülerin ging mit einem Schüler des Berufskollegs oder einem Erwachsenen in eine der Beratungsstellen oder Einrichtungen und beleuchtete dort das Thema Diskriminierung. Die 13-jährige Kübra und ihre Freundin Sedanur waren in der Kita Rappelkiste. „Wir haben nachgefragt, wo die Kinder herkommen“, erklärt Kübra. Und Kinder, haben die Schülerinnen dabei erfahren „fühlen sich untereinander diskriminiert, zum Beispiel, weil sie dunkelhäutig sind“, erzählt sie. „Aber man versucht dort, das zu schlichten.“

Der 14-jährige Memecit war bei der Polizei. Da habe er erfahren, dass auch Polizisten gemobbt werden. „Ich höre auch im Fernsehen, dass es so etwas gibt“, sagt er. „Aber ich weiß, dass ich Gewalt nicht anwenden will.“

Oberbürgermeister Bernd Tischler lobte das Projekt als vorbildlich. Der Schule sei es gelungen, den Blick zu schärfen, um Diskriminierungen und Rassismus zu erkennen und dagegen angehen zu können, sagte er anerkennend.

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