Einzelhandel

Schon 28 Händler machen mit beim Bottrop-Gutschein

Holger Czeranski präsentiert den Bottrop-Gutschein. Foto:

Holger Czeranski präsentiert den Bottrop-Gutschein. Foto:

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Mit dem Bottrop-Gutschein können Kunden in verschiedenen Läden und Kneipen der Stadt bezahlen. Das steckt dahinter und diese Händler machen mit.

In den großen Einkaufszentren in den Nachbarstädten ist es seit Jahren üblich. Es gibt einen Gutschein und der kann in allen Läden eingelöst werden. Seit einem halben Jahr gibt es einen solchen Gutschein nun auch für Bottrop – und er wird gut angenommen, sagt Holger Czeranski, einer der Initiatoren des Bottrop-Gutscheins. „Es sind im Schnitt eigentlich immer Gutscheine im Wert von rund 3000 Euro unterwegs“, sagt er. Bisher können die Gutscheine in 28 Läden und Kneipen in Alt-Bottrop eingelöst werden – und die Macher hoffen, dass sich noch weitere Händler beteiligen.

Schaut man sich die Liste der bisherigen Teilnehmer an, so fällt auf, dass auch jetzt schon die unterschiedlichsten Bereiche abgedeckt werden. Mit anderen Worten: Eigentlich ist für jeden etwas dabei. So finden sich auf der Liste unter anderem Corretto, Forsthaus Specht, Dom-Schänke und andere Lokale. Mit Formella, der Handy-Boxx sowie dem Juwelier Robert Triffterer, Bremer Baustoffe und der Tanzschule Frank sind aber auch noch ganz andere Angebote abgedeckt. Und auch die Händler profitierten, so der Initiator. „So sind etwa zu Triffterer Kunden gekommen, die ohne den Gutschein nie dahin gekommen wären.

Idee auf die gesamte Stadt ausgeweitet

„Mein Vorbild ist der Centro-Gutschein“, sagt Holger Czeranksi. Das Konzept, mit einem Gutschein viele Angebote abzudecken ist ja nicht neu. In Kirchhellen gibt es so einen Gutschein seit 2014. Mit Marco Willer, der zu den Initiatoren des Gutscheins im Dorf zählt, habe man sich ausgetauscht, sagt Czeranski. Ursprünglich sei die Idee gewesen, einen Gutschein für das Rathausviertel zu machen. Doch schnell sei klar geworden, dass das allein nicht trägt. Doch anstatt die Idee wieder einzustampfen haben Czeranski und seine Mitstreiter sie kurzerhand auf die gesamte Stadt ausgeweitet. „Wir waren einfach überzeugt von diesem Konzept.“

Und so gibt es nun seit Dezember den Bottrop-Gutschein – jeweils im Wert von 50, 25 und zehn Euro. Außerdem wird noch ein 44-Euro-Gutschein angeboten. Warum diese krumme Summe? Damit habe man sich auf Arbeitgeber eingestellt, die ihren Mitarbeitern etwas gutes tun wollen. Bis zu dieser Grenze sind derartige Gaben nämlich steuerfrei. So hätten schon mehrere Unternehmen solche Gutschein an die Mitarbeiter ausgegeben. In der nächsten Zeit soll noch ein 15-Euro-Gutschein aufgelegt werden.

Gutschein als eine Form der Wirtschaftsförderung

Für Czeranski und seine Mitstreiter sind diese Gutscheine auch eine Form der Wirtschaftsförderung. Auf diese Weise bleibe das Geld in der Stadt. Oder wie er es ruhrpottmäßig-direkt ausdrückt: „Wir wollen, dass die Kohle in Bottrop ausgegeben wird.“ Die Leute sollten in der Stadt gehalten werden und nicht Richtung Centro oder Limbecker Platz geschubst werden, erklärt Czeranski die Absicht hinter dem Gutschein.

28 Teilnehmer, dass soll noch nicht das Ende vom Lied sein. Czeranski und seine Mitstreiter hoffen auf weitere Händler, die sich beteiligen. Gibt es denn einen Wunschpartner, den er gern mit an Bord hätte? Da muss der Initiator nicht lange überlegen. „Mensing“, so kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Das Bottroper Traditionshaus wäre eine Bereicherung für den Gutschein, ist sich Czeranski sicher. Er würde sich aber auch freuen, wenn sich ein Lebensmittelhändler anschlösse. „So würden wir die Angebotsvielfalt weiter steigern.“ Und auch Filialisten wie C&A oder H&M sollen zumindest angesprochen werden.

Die organisatorische Abwicklung liegt bei Czeranskis B&C-Verlag. Dort schicken die Händler die bei ihnen eingelösten Gutscheine hin, im Gegenzug wird ihnen der Wert erstattet. Allerdings gilt: Ein Gutschein kann immer nur in einem Geschäft eingelöst werden, der restliche Betrag wird dann in bar ausgezahlt. Es sei nicht möglich, einen Restbetrag auf dem Gutschein festzuhalten, der organisatorische Aufwand sei nicht zu leisten, sagt Czeranski. Sein Tipp: Im Zweifel vielleicht nicht den 50-Euro-Gutschein kaufen sondern den Betrag auf mehrere kleine Gutscheine stückeln.

Seit fünf Jahren gibt es bereits den Kirchhellen-Gutschein

In Kirchhellen gibt es schon seit mehr als fünf Jahren ein Gutschein-System. Ins Leben gerufen hat es das Internet-Dorfportal „kirchhellen.de“ unter dem selbst erklärenden Slogan „Verschenk ein Stück Heimat“. Zum Start machten 20 Betriebe mit, inzwischen sind es 50 von der Kneipe über den Biometzger, den Bäcker und das Reisebüro bis zum Profi-Motorradschrauber.

Das Motiv für die Einführung des Systems im Jahr 2014 0erklärt Miterfinder Marco Willer so: „Der Gutscheinkäufer unterstützt den heimischen Wirtschaftsstandort und gibt ein klares Bekenntnis zu Kirchhellen ab, denn nirgendwo außer in unserem Dorf kann der Gutschein eingelöst werden. Mit diesem Instrument wollen wir möglichst viele potenzielle Kunden ins schöne Kirchhellen locken und die Vielfalt des Einzelhandels einer möglichst breiten Käuferschicht präsentieren.“

Macher erhalten drei Prozent Werbekostenanteil

Und so funktioniert das System: Produziert werden die Gutscheine von den Dorfportal-Betreibern mit wechselnden Sicherheitsmerkmalen. Die Details dazu bleiben geheim, sagt Willer, „um die rechtswidrige Nachahmung so weit zu erschweren, wie es kalkulierbar möglich ist.“ Die Käufer erwerben die durchnummerierten Gutscheine im Wert von 10 oder 25 Euro an vier Ausgabestellen im Dorf und verschenken sie. Eingelöst werden können sie in den Geschäften im Dorf. Die Kaufleute melden dann den Machern des Dorfportals: Wir hätten da mal wieder ein paar eingelöste Gutscheine. Marco Willer und seine Mitstreiter sammeln dann die Gutscheine wieder ein und überweisen den Unternehmen den Betrag minus drei Prozent Werbekostenanteil.

Händler die sich am Gutscheinsystem beteiligen wollen können sich bei Holger Czeranski melden unter der Rufnummer: 01722961652

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben