Sanfte Mulde in der weiten Meeresbucht

Einen ungewöhnlichen Namen gab sich dieses Trio in der Besetzung Klarinette, Cello und Klavier: „Lafroyg“. Der Begriff stammt aus der gälischen Sprache und bedeutet „sanfte Mulde in weiter Meeresbucht“. Eine ungetrübte Idylle: Mit dieser Einschätzung stellte sich im Hof Jünger das Trio Kledia Stefani (Klavier), Yan Vaigot (Violoncello) und Robert Beck (Klarinette) vor. Ein junges Team, das die kammermusikalische und solistische Zukunft vor sich hat.

Sie ist eine exzellente, aber nie auftrumpfende Pianistin; ihre hochsensiblen und virtuosen Partner bringen sich mit beseeltem Ausdruck (Klarinette) und sonorer Eleganz (Cello) ein. Zusammen beweist das Trio, das an der Folkwang-Musikhochschule nach dem Studium gebildet wurde, eine hohe Leistungsbereitschaft, müheloses Verstehen und den Respekt den anderen Mitgliedern gegenüber. Und den Komponisten!

„Lafroyg“ suchte große Aufgaben und wurde fündig: bei Ludwig van Beethoven mit dem „Gassenhauer-Trio“ op. 11, bei Michael Glinkas opernhaftem „Trio Pathetique“ und bei Johannes Brahms´op. 114 (eines seiner letzten Stücke). Beethovens op. 11 mit seinem populären Varitionensatz am Schlusst, weist, obwohl noch im 18. Jahrhundert geschrieben längst auf die Romantik hin; der Russe Glinka erhoffte sich von einer Italien-Reise neue Impulse – und er kokettierte im Trio Pathetique mit Belcanto und Opernarien a la Bellini; Brahms verdichtet in op. 114 seine weit ausschwingende Seelensprache mit meditativen Akzenten.

All diese Hintergründe schlossen Stefani/Vaigot/Beck in ihre Stimmungen ein – aber nicht in einem konfrontierenden, sondern eher sanften und milden Stil. Die jungen Musiker gaben sich also ziemlich reif und abgeklärt. Und in jeder Note immer hochvirtuos! Schade, dass der Jüngersche Saal nur schwach gefüllt war. Die gekommen waren, applaudierten für den Musikgenuss mit starker Begeisterung.

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