Aktion

Sabrina Tophofen marschiert gegen Kindesmissbrauch

Sabrina Tophofen hat ein Buch über ihre Geschichte geschrieben. Sie geht in die Öffentlichkeit, um sich gegen Kindesmissbrauch einzusetzen.

Sabrina Tophofen hat ein Buch über ihre Geschichte geschrieben. Sie geht in die Öffentlichkeit, um sich gegen Kindesmissbrauch einzusetzen.

Foto: Alexandra Roth

Bottrop.   Sabrina Tophofen kommt auf ihrem Weg von Krefeld nach Berlin am Montag durch Bottrop. Akteure vor Ort unterstützen ihr Anliegen.

Sabrina Tophofen wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht. Als Erwachsene geht sie in die Öffentlichkeit, „um den Stummen eine Stimme zu geben“, um jungen Betroffenen Mut zu machen, um die Gesellschaft aufzurütteln. Am kommenden Montag, 17. Juli, startet sie zu diesem Zweck einen Protestmarsch von Krefeld nach Berlin – und wird dabei am Vormittag auch durch Bottrop kommen.

Hier wird sie unterstützt von Markus Elstner, der mit seiner Selbsthilfegruppe Wegweiser und dem Verein Sieben Freunde im Rücken in der Stadt bereits vier Aktionstage gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt sowie für die Abschaffung von Verjährungsfristen auf die Beine gestellt hat. „Das Thema ist in Bottrop schon angekommen“, sagt er. Sabrina Tophofen war dort auch schon zu Gast. Ihrer eigenen Aktion wünscht Elstner nun möglichst viel Publikum, hat dafür schon bei befreundeten Vereinen oder Geschäftsleuten getrommelt.

10.000 Luftballons sind für die Aktion gespendet worden

So sind ihm bereits rund 10 000 Luftballons gespendet worden, die für den mehrtägigen Marsch unter der Überschrift „The Voice of Children (Die Stimme der Kinder) – Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch“ gebraucht werden. So sollen auf der 580 Kilometer langen Strecke nach Berlin regelmäßig bunte Luftballons aufgehängt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen – angepeilt werden insgesamt 580 000 Ballons. Auf ihrem Weg durch Bottrop braucht Sabrina Top­hofen diese nicht selbst aufpusten – „sie soll hier keine Luft lassen, wir hängen vorher schon Luftballons auf“, kündigt Elstner an.

Empfang am Bottroper Knappschaftskrankenhaus

Der Bottroper hat Sabrina Top­hofen Anfang des Jahres in Berlin kennen gelernt. Dort sprach sie bei einer öffentlichen Anhörung der „Unabhängigen Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“ über ihre Geschichte. Mit zehn flüchtete sie aus der Familie aus Duisburg, lebte jahrelang auf der Kölner Domplatte. Doch sie schaffte es, ihr Leben zu meistern, machte Ausbildungen, ist heute selbst Mutter. Auch ein Buch hat die Mittdreißigerin bereits verfasst, es trägt den Titel „Lebenslänglich. Psst.. .wenn nachts der Papa kommt“. „Sie hat die gleichen Ziele wie wir in Bottrop“, sagt Elstner.

Er möchte Sabrina Tophofen auf ihrem Marsch am Montag am Knappschaftskrankenhaus in Empfang nehmen. „Ich rechne damit, dass sie zwischen 11 und 13 Uhr ankommt“, sagt der Bottroper. Rund zwei Stunden werde sie sich in der Stadt aufhalten, die Osterfelder Straße hinunter gehen, am Rathaus vom Weg abgepflückte Ballons in einer großen Traube aufhängen und mit Menschen ins Gespräch kommen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben