Katholische Kirche

Rund 60 Teilnehmer beim Kirchenstreik „Maria 2.0“ in Bottrop

Zum Wortgottesdienst im Rahmen der Aktion Maria 2.0 der KFD Grafenwald kamen rund 60 Gäste, teils auch aus Kirchhellen und Bottrop.

Zum Wortgottesdienst im Rahmen der Aktion Maria 2.0 der KFD Grafenwald kamen rund 60 Gäste, teils auch aus Kirchhellen und Bottrop.

Foto: Nina Stratmann

Bottrop-Kirchhellen.   Die KFD Grafenwald unterstützt die Aktion Maria 2.0 mit einem Wortgottesdienst vor der Kirche Heilige Familie. Die Forderungen sind deutlich.

Die Sonne scheint, Vögel singen, es könnte an diesem Morgen nur ein wenig wärmer sein auf den mit rund 60 Frauen – und zwei Herren – gefüllten Bänken draußen, vor der Kirche Heilige Familie. Weil sie den aktuellen Kirchenstreik der Aktion Maria 2.0 für eine Erneuerung der Kirche unterstützt, hat die KFD Grafenwald ihre monatliche Frauenmesse durch einen selbst gestalteten Wortgottesdienst ersetzt. Außerhalb des Gotteshauses. Um deutlich zu machen, dass Frauen immer noch „draußen“ sind, etwa wenn in der Kirche Entscheidungen gefällt oder Ämter vergeben werden.

„Es ist an der Zeit, dass wir ein Zeichen setzen, dass wir uns einsetzen für die Missbrauchsopfer und für die Frauen, die das Zeug haben, in der Kirche auf allen Ebenen mitzureden.“ Mit diesen Worten begrüßte Hauptorganisatorin Barbara Neuhaus die Streikenden, bevor Angelika Wessenbom die Einführung übernahm: „Unsere Kirche steckt in einer tiefen Krise: Der Missbrauchsskandal, die unbefriedigende Rolle der Frauen in der Kirche, intransparente hierarchische Strukturen und ein tief verwurzelter Klerikalismus.“ Kurzum: „Es wird Zeit für einen Neuanfang.“

Frauen finden deutliche Worte

Mit den verlesenen Texten und Gebeten – eine Anleitung kam vom KFD-Diözesanverband Münster und wurde für Grafenwald angepasst – fanden die Frauen deutliche Worte. Es sei Zeit für eine zeitgemäße Sexualethik, für eine Diskussion über die Lebensform des Zölibats, hieß es unter anderem. Oder: „Wir brauchen eine Kirche, die sich für die Vergehen ihrer Amtsträger konsequent der Verantwortung stellt, besonders gegenüber allen missbrauchten Opfern.“ Auf dem Platz vor der Kirche hatten die KFD-Frauen weiße Tücher ausgelegt, als Symbol für Trauer, Mitgefühl und Neuanfang, wie Neuhaus erklärte.

Gläubige setzen Unterschriften auf Banner

Auf einem Banner mit der Aufschrift „Maria 2.0: Ein Neuaufbruch in der Kirche. Ich bin dabei:“ signalisierten die Mitfeiernden mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung für die Forderungen. Geld gesammelt wurde für den Roten Keil Bottrop, der sich für misshandelte Frauen und missbrauchte Kinder einsetzt.

Die vorwiegend Teilnehmerinnen kamen aus Grafenwald, aber auch aus Kirchhellen und Bottrop, hat Petra Lehrich beobachtet, Teamsprecherin der KFD Grafenwald. Die Gläubigen sehen sich in bester Gesellschaft: Im Rahmen der Aktion Maria 2.0 bleiben Frauen bundesweit seit Samstag und noch bis zum 18. Mai Gotteshäusern fern und legen ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten nieder. Um zu zeigen, so Barbara Neuhaus: „Wenn Frauen in der Kirche nichts Ehrenamtliches mehr machen, bricht vieles zusammen.“

Weitere Aktionen sollen folgen

Wenn sich nichts ändere, warnt sie: „Unsere Töchter und Enkelinnen werden in der Kirche irgendwann nichts mehr machen, weil es für sie selbstverständlich ist, gleichberechtigt zu sein.“

Weitere Aktionen sollen folgen: „Es ist wichtig, am Ball zu bleiben“, sagt Christiane Peters, die im KFD-Regionalteam Dorsten mitmischt.

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