Reparaturcafé Bottrop

Reparaturcafé stellt sich gegen den Wegwerftrend

Drei Jahre Reparaturcafé der Awo auf dem Eigen: Hier repariert Norbert Konegen gerade eine Nähmaschine.

Drei Jahre Reparaturcafé der Awo auf dem Eigen: Hier repariert Norbert Konegen gerade eine Nähmaschine.

Foto: Oliver Mengedoht

Bottrop.  Die Veranstaltung auf dem Eigen gibt es seit drei Jahren. Ehrenamtliche Reparateure setzen in der Awo-Begegnungsstätte Geräte wieder instand.

Das Reparaturcafé auf dem Eigen ist seit drei Jahren eine feste Anlaufstelle für Menschen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen und ein kaputtes Teil vor der Mülltonne retten möchten. In der Awo-Begegnungsstätte an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße kommen Jung und Alt bei einer Tasse Kaffee oder Stück Kuchen zusammen.

Rund 20 engagierte Ehrenamtler aus verschiedenen Berufen tun ihr Bestes, um kaputte Elektroartikel, Computer und Kleinmöbel wieder flott und funktionstüchtig zu machen. Sie messen, bauen und basteln.

Fast alles lässt sich reparieren

Am Freitag sind alle Stühle im großen Saal belegt. An den Tischen wird geschraubt, gelötet, auseinander- und wieder zusammengebaut. Der pensionierte Elektroingenieur Heinz Brockmann, der auch im ADFC-Vorstand ist, zieht mit dem Elektrotechniker Michael Stürmer einen neuen Schaltzug eines Fahrrades auf. Der alte hatte geklemmt und wollte sich nicht mehr bewegen lassen. „Gut, dass ich Spezialwerkzeug für solche Fälle dabei habe“, sagt der Experte, während er das verbogene Teil in den Händen hält.

Heinz Brockmann hilft seit einem Jahr regelmäßig bei der Veranstaltung mit. Er kam über eine Umfrage zu dem Reparaturcafé, bei der im Stadtteil abgefragt wurde, was gebraucht wird und wer etwas anbieten kann. „Wenn Leute keine Fahrräder hierhin bringen, dann kümmere ich mich auch gerne um andere Teile. Ich hatte bereits Lampen, Lüfter, Ventilatoren und Kühlsysteme auf dem Tisch.“

Norbert Konegen ist KFZ-Meister mit Spezialisierung auf Elektrotechnik. Der 72-Jährige begutachtet aufmerksam die Teile einer alten Nähmaschine, die er nach und nach auseinandergebaut hat. „Anders war es nicht möglich, an die Stecknadeln heranzukommen, die das Getriebe verstopft haben“, sagt er mit einem Grinsen. In seiner linken Hand hält er einen Magneten, mit dem er die Teile aus dem Gerät geangelt hat. „Ich habe mich in den letzten Monaten auch schon um Toaster, Bügeleisen und Fotoapparate gekümmert. Diese Reparatur war jetzt aber sehr zeitaufwendig. Manchmal geht es schneller.“

Anina Voß (45) zeigt den Reparateuren Udo Post und Uwe Karraß den kaputten CD-Player ihrer Sohnes, bei dem die Schlittenschiene nicht mehr richtig raus und reinfahren will. „Ich hab von der Café in der Zeitung erfahren. Es ist eine sehr gute Sache, bevor man sich ein neues Teil kauft.“ Post und Karraß prüfen als ersten Arbeitsschritt, ob der Motor noch geht. „Wir haben eigentlich immer gute Hoffnung, dass wir die Geräte wieder zum Laufen bekommen.“ Das Problem sei jedoch, dass es für viele der mitgebrachten Teile häufig keine Anleitungen oder Schaltpläne gebe.

Jeden ersten Freitag im Monat

Das Reparaturcafé findet jeden ersten Freitag im Monat in der Zeit von 17 bis 19 Uhr an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße 9 in Bottrop statt. Im Fuhlenbrock gibt es seit Kurzem ein weiteres Reparaturcafé.

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