Bottroper Herbstwaldlauf

Rekordlauf unter dem Förderturm

Startschuss für den 46. Herbstwaldlauf: Weit über 2000 Läufer nehmen die Strecken in Angriff.

Startschuss für den 46. Herbstwaldlauf: Weit über 2000 Läufer nehmen die Strecken in Angriff.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Beim Herbstwaldlauf gingen so viele Sportler wie nie an den Start. Rund um das Bergwerk Prosper Haniel herrscht am Sonntag Volksfeststimmung.

Spätestens seitdem die Bottroper Laufsportler 1996 nach dem Brand der Dieter-Renz-Halle den Verlust ihres Start- und Zielpunktes verkraften mussten und sich die RAG bereit erklärte, das Betriebsgelände am Bergwerk Prosper Haniel zur Verfügung zu stellen, sind der Herbstwaldlauf und der Bergbau untrennbar miteinander vereint.

Dessen Ende gab der 46. Auflage des Herbstwaldlaufes am Sonntag noch einmal einen kräftigen Schub. Erstmals erreichten weit über 2000

Läuferinnen und Läufer das Ziel unter dem Förderturm. „Es ist uns schwer gefallen, dass wir zum ersten Mal die Teilnehmerfelder begrenzen mussten. Es gab noch sehr viele Anfragen, die wir leider ablehnen mussten, aber wir hatten unsere Kapazitätsgrenze einfach erreicht“, sagte Stephan Allermann, Vorsitzender des Ausrichters Adler Langlauf Bottrop.

Mehrere Distanzen im Angebot

Pünktlich um 9 Uhr wurden die Teilnehmer des Ultra-Laufs über 50 Kilometer auf den doppelten Rundkurs durch die grüne Lunge von Bottrop geschickt. Aus den Niederlanden, Belgien und ganz Nordrhein-Westfalen waren die Laufbegeisterten nach Bottrop gekommen. Sie nahmen nicht nur die 50 Kilometer, sondern wahlweise auch die halbe Distanz oder die Kurzstrecken über zehn und 6,8 Kilometer in Angriff. Viele Lokalmatadore nutzten das Lauf-Event vor der eigenen Haustür. „Es besitzt eine ganz besondere Atmosphäre“, sagte etwa Hendrik Hürter, der mit einigen Bekannten die zehn Kilometer absolvierte.

Großes Helfer-Team im Einsatz

Einmal mehr sorgte ein großes Helfer-Team für erstklassige Rahmenbedingungen. Rekrutiert hatte es Adler Langlauf. Rund 120

Vereinsmitglieder waren als Streckenposten, beim Kuchen- und Souvenirverkauf und an den Versorgungsstationen im Einsatz. „Diese Veranstaltung ist eine tolle Sache. Da gehört das Helfen für uns Mitglieder einfach dazu“, meinte Sven Lauben stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen in ihren roten Jerseys. Das Lob des Vorsitzenden ließ nicht lange auf sich warten. „Ich kann mich nur bei allen Teilnehmern und vor allem den ehrenamtlichen Helfern aus dem Verein bis hin zur Polizei und dem Sanitätsdienst bedanken. Ohne sie wäre die Durchführung dieser Veranstaltung einfach nicht möglich“, so Stephan Allermann.

Das dominierende Thema war aber auch bei den Sportlerinnen und Sportlern neben Laufzeiten und Platzierungen der Abschied vom Bergbau. Als Gastgeschenk hatte jeder Starter bei der Startnummernausgabe ein Stück Kohle bekommen, die Finisher-Medaille in Form des Förderturmes war nach dem Zieleinlauf ein beliebtes Motiv zahlreicher Selfies und Erinnerungsfotos vor dem Zechenpanorama.

Zusage für 2019 liegt vor

Stellt sich abschließend auch für den Herbstwaldlauf die Frage nach seiner Zukunft. Die Zusage, dass auch 2019 unter dem Förderturm gestartet werden kann, liegt bereits vor. „Alles, was darüber hinaus geht, hängt davon ab, wie lange die Grubenwehr noch vor Ort ist und wie lange die Infrastruktur in der derzeitigen Form existiert. Wir haben uns natürlich schon mit dem Szenario beschäftigt, wie es weiter geht, wenn das Gelände nicht mehr zur Verfügung steht und auch erste Pläne entwickelt. Wir sind in der Hinsicht guter Dinge“, kündigt Pressesprecher Jörg Schlegel an.

Fest steht also: 2018 verabschiedet sich Bottrop vom Steinkohlebergbau, der Herbstwaldlauf aber bleibt und wird auch künftig die Laufbegeisterten in und nach Bottrop bewegen.

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