Medizin

Reisewillige müssen Corona-Tests noch selbst bezahlen

Dr. med. Wing On Ho und Xiping Koch-Zhou demonstrieren in der Schwerpunktpraxis am Kirchhellener Ring einen Abstrich für den Corona-Test. s

Dr. med. Wing On Ho und Xiping Koch-Zhou demonstrieren in der Schwerpunktpraxis am Kirchhellener Ring einen Abstrich für den Corona-Test. s

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  In der Schwerpunktpraxis von Dr. Wing On Ho ist die zweite Welle angekommen. Bis zu 20 Patienten kommen in seine tägliche Corona-Sprechstunde.

Dienstag war es eher ruhig in der Corona-Schwerpunktpraxis von Dr. Wing-On Ho am Kirchhellener Ring. „Wir haben neun Anmeldungen zur Corona-Sprechstunde“, sagt der Mediziner, der seit Juni in getrennten Räumen mit eigenem Eingang im Keller seiner Praxis Corona-Patienten behandelt und Abstriche für Coronatest nimmt. Es gibt aber auch Tage mit bis zu 20 Anmeldungen. Seine Prognose zur weiteren Entwicklung: „Es wird sicher nicht weniger werden.“

Zwar ist inzwischen das Testangebot des Landes ausgelaufen. Seit Schulbeginn im August und bis zum Beginn der Herbstferien konnten sich Lehrkräfte und das Personal von Kindergärten und Tagesstätten alle 14 Tage freiwillig und kostenlos testen lassen. Das Angebot galt für Lehrer, Erzieher, Kindertagespfleger, Mitarbeiter im offenen Ganztag, sozialpädagogisches und nicht-pädagogisches Personal.

Neues Testangebot

Dieses Angebot soll allerdings nach den Herbstferien in einer leicht abgespeckten Version neu aufgelegt werden. Das Land bietet Beschäftigten an Schulen und in Kinderbetreuungseinrichtungen bis Weihnachten drei kostenlose Coronatests zu frei wählbaren Zeitpunkten an.

Jetzt haben die Lehrer Ferien. Dafür hat das Praxisteam jetzt Angehörige anderer Gruppen am Telefon. Neben Patienten mit Corona-Symptomen melden sich bei Dr. Ho, Menschen, bei denen die Corona-Warn-App angeschlagen hat, Menschen, die einen Platz in einem Seniorenheim gefunden haben, Reiserückkehrer aus Risikogebieten und jetzt auch Reisewillige etwa aus Gladbeck, die wegen der Einstufung des Kreises Recklinghausen als Risiko-Region am Ziel ihrer Reise einen negativen Coronatest vorweisen müssen.

Reisewillige und Rückkehrer

Anders als vom Land angekündigt werden diese Tests zumindest im Moment nicht kostenlos sein, sagt Vanessa Pudlo, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. „Der Hausarzt ist zu diesem Test nicht verpflichtet. Wenn sie in den Praxen durchgeführt werden, müssen sie privat bezahlt werden, solange das Land keine anderslautende Verordnung erlassen hat.“

Mindestens bis zum Auslaufen der aktuellen Schutzverordnung Ende Oktober wird Dr. Ho auch noch Reiserückkehrer testen. Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass bei einer Testung nach der Rückkehr das negative Ergebnis in „häuslicher Absonderung“ abgewartet werden muss.

Städtische Testangebote sind kostenlos

Vor Neuaufnahmen in Seniorenheimen hat die Stadt ebenfalls Coronatest angeordnet, die beim Arzt oder vom Gesundheitsamt durchgeführt werden. „Dafür muss weder der Patient noch die Kasse aufkommen“, sagt Stadt-Sprecher Ulrich Schulze. Das gilt auch für Tests, die die Stadt nach Bekanntwerden von Infektionen möglichen Kontaktpersonen anbietet wie zuletzt in der Schillerschule, sagt Schulze: „Wenn wir Test anbieten, werden die mit dem Gesundheitsfonds abgerechnet.“

Außerdem haben sich in der Schwerpunktpraxis schon Menschen testen lassen, denen die Corona-Warn-App ihres Smartphones eine mögliche Infektion angezeigt hat. Wer zahlt eigentlich diesen Test? Schulze: „Da wird sich in der Regel keine Kasse querstellen, zumal wenn der Patient Erkältungssymptome zeigt.“

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